Teheran. Die Spannungen im Nahen Osten erreichen eine neue Eskalationsstufe: Nach einem scharfen Ultimatum der USA an den Iran sind offenbar zentrale Teile der iranischen Energie- und Wasserversorgung schwer beschädigt worden. Teheran spricht von gezielten Angriffen auf lebenswichtige Infrastruktur – und droht mit Vergeltung.
Nach Angaben des iranischen Energieministers Abbas Aliabadi haben kombinierte militärische und mutmaßliche Cyberangriffe erhebliche Schäden an Dutzenden Anlagen zur Wasseraufbereitung und -versorgung verursacht. Auch Teile der Stromnetze seien getroffen worden. Die Versorgung in mehreren Regionen des Landes gilt als beeinträchtigt, während Notfallteams versuchen, die Schäden einzudämmen.
Die Angriffe stehen im Kontext eines drastischen Ultimatums aus Washington: US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran am Samstag eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um die strategisch entscheidende Straße von Hormus wieder für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen. Sollte dies nicht geschehen, kündigte er gezielte Luftangriffe auf iranische Kraftwerke an – beginnend mit der größten Energieanlage des Landes.
Wichtigste Handelsroute
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Öl- und Flüssiggastransports passieren die Meerenge. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen Ende Februar ist sie faktisch blockiert. Der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen – mit unmittelbaren Folgen für die globalen Energiemärkte. Die Preise für Öl und Gas sind bereits deutlich gestiegen.
Teheran reagierte umgehend auf die Drohungen aus den USA. Die iranische Führung stellte Gegenangriffe auf Energieinfrastruktur in der gesamten Golfregion in Aussicht – insbesondere auf Anlagen mit Verbindungen zu den USA. Dabei könnten auch Entsalzungsanlagen ins Visier geraten, die für die Wasserversorgung in den ohnehin trockenen Ländern der Region unverzichtbar sind.
Die Lage bleibt hochdynamisch. Während die Frist zur Öffnung der Straße von Hormus läuft, wächst international die Sorge vor einer weiteren Eskalation – mit potenziell gravierenden Folgen für die globale Energieversorgung und die Stabilität der gesamten Region.


