Iran droht europäischen Staaten

Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran droht endgültig außer Kontrolle zu geraten. Am vierten Tag der massiven Luftangriffe verschärfen sich die Drohgebärden – und die Fronten weiten sich aus. Teheran spricht offen von Vergeltung, die Hisbollah droht mit einem „offenen Krieg“, die Ölpreise explodieren, und selbst europäische Staaten geraten unter Druck.

Hisbollah kündigt „offenen Krieg“ an

Die libanesische Miliz Hisbollah erklärte, die „Ära der Geduld“ sei vorbei. Der hochrangige Funktionär Mahmud Komati warf Israel vor, anhaltend libanesische Gebiete anzugreifen. Man werde die „Tötung unserer Bürger und die Zerstörung unserer Häuser“ nicht länger dulden. Sollte Israel die Konfrontation suchen, werde es einen offenen Krieg geben. Parallel dazu meldete Israel neue Luftschläge gegen Stellungen der Hisbollah im Libanon. Das Risiko einer zweiten Front im Norden Israels wächst damit erheblich.

Revolutionsgarden drohen: „Tor zur Hölle“

Auch die iranischen Iranische Revolutionsgarden verschärfen den Ton. Sprecher Ali Mohammad Naini kündigte im Staatsfernsehen „anhaltende Vergeltungsschläge“ an. Für die USA und Israel werde sich „das Tor zur Hölle weiter öffnen“. Iranische Staatsmedien berichteten von Drohnenangriffen auf militärische Ziele in Israel sowie auf den US-Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid in Katar. Eine unabhängige Bestätigung steht aus.

Straße von Hormus im Visier

Teheran droht zudem mit einer Blockade oder Verminung der strategisch wichtigen Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl weltweit. Nach Angaben der International Energy Agency wurden 2023 fast 30 Prozent des global verschifften Erdöls durch diese Meerenge transportiert. Ein solcher Schritt würde nicht nur die USA und ihre Verbündeten treffen, sondern auch Großabnehmer wie China – und könnte die Weltwirtschaft in eine schwere Energiekrise stürzen.

Israel greift Machtzentrum in Teheran an

Israel weitete seine Angriffe unterdessen auf zentrale Regierungsgebäude in Teheran aus. Nach Angaben des Militärs wurden das Präsidentenbüro sowie Einrichtungen des nationalen Sicherheitsrats bombardiert. Der angegriffene Komplex gilt als Schaltzentrale der iranischen Führung. Die Internationale Atomenergiebehörde Internationale Atomenergiebehörde meldete Schäden an Gebäuden nahe der unterirdischen Urananreicherungsanlage Natans. Radioaktive Strahlung sei jedoch nicht ausgetreten.

Hunderte Tote – UN fordert Aufklärung

Der iranische Rote Halbmond spricht von mindestens 787 Todesopfern infolge der Angriffe, Aktivisten berichten sogar von über 1.500 Toten. Besonders brisant: Eine Bombardierung einer Mädchenschule in Minab mit mehr als 160 Opfern. Das UN-Menschenrechtsbüro forderte eine unabhängige Untersuchung.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, amerikanische Streitkräfte würden „nicht absichtlich eine Schule ins Visier nehmen“.

Weltpolitik unter Hochspannung

Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte an, die Sorgen arabischer Staaten gegenüber Teheran zu übermitteln. Gespräche mit US-Präsident Donald Trump seien derzeit nicht geplant. Trump wiederum kritisierte Großbritannien scharf und stellte die „besondere Beziehung“ zwischen Washington und London infrage. Polen und Spanien lehnten eine militärische Beteiligung an den US-Angriffen ab – was in Washington für Verärgerung sorgte.

Ölpreis auf Rekordniveau

Die Märkte reagieren nervös: Der Ölpreis stieg zeitweise auf über 80 Dollar pro Barrel, der Gaspreis in Europa schnellte um mehr als 30 Prozent nach oben – der höchste Stand seit Februar 2023. Die Furcht vor einer Blockade der Straße von Hormus treibt Investoren um.

Cyber- und Drohnenangriffe weiten sich aus

Berichte über Drohnenangriffe auf Infrastruktur nehmen zu. So wurden im Oman Treibstofftanks im Hafen von Dukm attackiert. Zudem meldete die Amazon-Tochter AWS Schäden an Rechenzentren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain infolge mutmaßlich iranischer Angriffe.

Der Konflikt hat sich damit längst von einem regionalen Schlagabtausch zu einer geopolitischen Eskalation mit globalen Auswirkungen entwickelt. Militärisch, wirtschaftlich und diplomatisch steht die internationale Ordnung unter massivem Druck.

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