Hapag-Lloyd Containerschiff nahe Hormus in Brand

Die Lage rund um die strategisch wichtige Seeroute im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu. In der Nähe der Straße von Hormus ist ein Containerschiff durch Splitter einer Artilleriegranate beschädigt worden und hat Feuer gefangen. Das Schiff „Source Blessing“, das zur Hamburger Reederei Hapag-Lloyd gehört und laut Berichten an den Konkurrenten Maersk verchartert war, geriet nach dem Vorfall teilweise in Brand.

Nach Angaben des Unternehmens wurde das Schiff nicht direkt getroffen. Dennoch entzündeten Granatsplitter ein Feuer an Bord, das sich bis in Bereiche des Maschinenraums ausbreitete. Die Besatzung konnte die Flammen jedoch selbst löschen. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.

Zwei Tanker im Golf angegriffen

Bereits am frühen Morgen hatten sich zwei schwere Zwischenfälle mit Öltankern im Persischen Golf ereignet. Nach Angaben der irakischen Behörden wurden die Schiffe offenbar von kleinen iranischen Sprengstoffbooten attackiert. Der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker „Zefyros“ sowie das unter der Flagge der Marshall Islands registrierte Schiff „Safesea Vishnu“ gerieten in Brand. Einer der Tanker wurde vollständig zerstört. Mindestens ein Mensch kam bei dem Angriff ums Leben. 38 ausländische Besatzungsmitglieder mussten aus den brennenden Schiffen gerettet werden.

Tankerverkehr kommt fast zum Erliegen

Die Angriffe haben massive Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit. Rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gastransports passieren normalerweise die enge Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

Infolge der aktuellen Gefechte ist der Tankerverkehr dort nahezu zum Stillstand gekommen. Beobachter berichten, dass derzeit etwa 400 Öl- und Produkttanker im Golf festliegen und ihre Fahrt nicht fortsetzen können.

Reedereien stoppen Durchfahrten

Mehrere der größten Reedereien der Welt haben ihre Fahrten durch die Region vorerst eingestellt. Neben Maersk reagierten auch Hapag-Lloyd, CMA CGM und Mediterranean Shipping Company mit einem vorläufigen Stopp ihrer Routen durch die Meerenge.

Die Entscheidung verdeutlicht, wie gefährlich die Situation für die internationale Handelsschifffahrt inzwischen geworden ist.

USA greifen iranische Minenleger an

Die USA erklärten unterdessen, sie hätten mehr als ein Dutzend iranische Schiffe zerstört, die angeblich zum Verlegen von Seeminen eingesetzt werden sollten. Ziel sei es gewesen, eine Blockade der wichtigen Handelsroute zu verhindern. US-Präsident Donald Trump warnte, Washington werde seine militärischen Operationen erheblich ausweiten, sollte Iran versuchen, die Passage vollständig zu schließen.

Teheran wiederum kündigte an, es werde „keinen einzigen Liter Öl“ an Staaten liefern, die als Feinde betrachtet werden.

Ölpreise reagieren nervös

Die wachsende Unsicherheit auf den Energiemärkten sorgt weltweit für starke Preisschwankungen. Experten warnen, dass eine länger anhaltende Blockade der Straße von Hormus massive wirtschaftliche Folgen haben könnte. Schon eine kurze Unterbrechung sei verkraftbar, sagen Marktanalysten. Sollte die Passage jedoch über mehrere Wochen hinweg geschlossen bleiben, könnten die Ölpreise deutlich über die Marke von 100 Dollar pro Barrel steigen. Auch die Gaspreise in Europa könnten wieder Niveaus erreichen, wie sie zuletzt während der Energiekrise im Jahr 2022 zu beobachten waren.

Serie von Angriffen auf Handelsschiffe

Internationale Organisationen melden bereits eine Reihe von Zwischenfällen im Umfeld der Meerenge. Die International Maritime Organization spricht von mindestens zwölf bestätigten Vorfällen mit Handelsschiffen seit Beginn der Eskalation. Das britische Überwachungszentrum United Kingdom Maritime Trade Operations zählt sogar 17 Vorfälle, darunter 13 direkte Angriffe auf Schiffe. Mindestens sieben Seeleute kamen dabei ums Leben.

Mit jedem weiteren Zwischenfall wächst die Sorge, dass sich der Konflikt zunehmend auf den globalen Handel und die Energieversorgung ausweitet.

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