Plötzlich gingen die Lichter aus: Ein größerer Stromausfall hat am Montagabend, 31. August 2026, Teile der Herforder Innenstadt und Neustadt getroffen. Betroffen waren unter anderem der Bahnhof, der Bahnhofsplatz sowie mehrere Straßen im Innenstadtbereich. Für Anwohner kam der Ausfall überraschend – vielerorts herrschte für knapp eine Stunde nahezu völlige Dunkelheit. Nach Angaben des Netzbetreibers Westfalen Weser Energie (WWE) kam es gegen 22.15 Uhr zu einer Störung im Umspannwerk Schulwall. Dort löste eine Leitung aus. In der Folge fiel in Teilen der Herforder Neustadt die Stromversorgung aus.
Betroffen waren nach Angaben des Netzbetreibers unter anderem die Kurfürstenstraße, Schillerstraße, Goebenstraße und der Bahnhofsplatz. Wie viele Haushalte und Gewerbebetriebe tatsächlich ohne Strom waren, konnte zunächst nicht beziffert werden. Für die Bewohner kam der Ausfall offenbar ohne Vorwarnung. Innerhalb weniger Augenblicke verschwanden Straßenbeleuchtung, Ampeln und die Beleuchtung zahlreicher Gebäude.
Herforder Bahnhof zeitweise im Dunkeln
Besonders deutlich wurde die Störung am Herforder Bahnhof. Ein Fahrgast berichtete, gegen 22.17 Uhr mit einem Zug angekommen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt waren Teile des Bahnhofs bereits dunkel. Auch der Fußgängertunnel und der Busbahnhof waren nach seinen Schilderungen nur eingeschränkt beziehungsweise gar nicht beleuchtet. Selbst die Ampelanlage an der Go-Parc-Kreuzung fiel aus.
Für den Bahnbetrieb hatte der Stromausfall allerdings keine gravierenden Folgen. Nach Angaben der Deutschen Bahn konnten wichtige Einrichtungen über einen automatisch startenden Generator weiterhin mit Strom versorgt werden. Dazu gehörten unter anderem die Beleuchtung an den Bahnsteigen und Gleisen sowie die Technik im Stellwerk. Der sichere Zugbetrieb sei dadurch jederzeit gewährleistet gewesen. Auch der Aufenthalt der Reisenden auf den Bahnsteigen habe weiterhin sicher erfolgen können.
„Plötzlich wurde es ganz dunkel“
Für Anwohner entwickelte sich der Stromausfall dagegen zu einem ungewöhnlichen Erlebnis. In Teilen der Goebenstraße fiel neben der Beleuchtung in Gebäuden auch die komplette Straßenbeleuchtung aus. Ein Anwohner beschrieb die Situation als regelrechten „Shutdown“. Menschen seien auf die Straße gegangen, einige hätten bereits im Schlafanzug vor ihren Häusern gestanden. Die ungewohnte Dunkelheit und die fehlende Geräuschkulisse sorgten bei einigen Bewohnern für Verunsicherung. Auch Polizeifahrzeuge waren während des Stromausfalls im betroffenen Bereich unterwegs. Nicht überall in der Umgebung war die Stromversorgung unterbrochen. Während beispielsweise ein Möbelhaus im Dunkeln lag, waren andere Gebäude wie das Marta oder das Elsbachhaus offenbar weiterhin beleuchtet.
Ampeln ebenfalls außer Betrieb
Besonders auffällig war der Ausfall der Ampelanlagen. Unter anderem an der Kreuzung Goebenstraße/Hansastraße sowie im Bereich der Go-Parc-Kreuzung funktionierten die Lichtsignalanlagen nicht. Für Verkehrsteilnehmer und Fußgänger bedeutet ein solcher Ausfall eine zusätzliche Gefahrenlage. Gerade am späten Abend dürfte das Verkehrsaufkommen allerdings bereits deutlich geringer gewesen sein. Ein langjähriger Anwohner berichtete, einen derart großflächigen Stromausfall in seinem Wohnviertel bislang noch nicht erlebt zu haben.
Restaurant muss früher schließen
Auch Gewerbetreibende bekamen die Folgen unmittelbar zu spüren. Im Restaurant Cada an der Schillerstraße musste der Betrieb vorzeitig beendet werden. Eigentlich hätte die Küche bis 22.30 Uhr geöffnet bleiben sollen. Durch den Stromausfall war eine reguläre Bewirtung jedoch nicht mehr möglich. Für das Restaurant bedeutete die Störung damit nicht nur eine ungewöhnliche Situation, sondern auch einen unmittelbaren wirtschaftlichen Verlust.
Gegen 23.09 Uhr war der Strom wieder da
Der Bereitschaftsdienst von Westfalen Weser Energie konnte den Fehler nach Angaben des Netzbetreibers relativ schnell lokalisieren. Anschließend wurde die Versorgung schrittweise wiederhergestellt. Gegen 23.09 Uhr waren alle betroffenen Kunden wieder an das Stromnetz angeschlossen. Damit dauerte die Störung insgesamt knapp eine Stunde. Warum die Leitung im Umspannwerk Schulwall ausgelöst hatte, war zunächst nicht bekannt. Auch eine genaue Zahl der betroffenen Haushalte konnte der Netzbetreiber zunächst nicht nennen.
Bereits mehrere Stromausfälle im August
Besonders bemerkenswert ist, dass es in Herford bereits wenige Tage zuvor zu mehreren Stromstörungen gekommen war. Am 18. August 2026 war unter anderem der Bereich rund um den nordöstlichen Abschnitt der Berliner Straße betroffen. Damals hatte ein kurzzeitiger Erdschluss einen kleinräumigen Stromausfall ausgelöst. Betroffen waren unter anderem Bereiche rund um das Parkhaus Lübberstraße, die Credenstraße, den Bergertorwall, den Steinweg und die Visionstraße. Nach rund einer Stunde waren die betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt. Noch am selben Vormittag kam es zu einer weiteren Störung im Westen Herfords. Dort fiel die Stromversorgung für bis zu etwa eine Stunde aus. Der Fehler wurde zwischen Westring und Schmiedestraße lokalisiert.
Netzbetreiber sieht keinen Zusammenhang
Trotz der zeitlichen Nähe der Störungen sieht Westfalen Weser Energie nach aktuellem Kenntnisstand keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Stromausfällen. Als mögliche Ursache für vergleichbare Kabelstörungen nennt der Netzbetreiber unter anderem Beschädigungen an der Kabelisolierung. Im Laufe der Jahre können beispielsweise Steine oder Wurzeln Druck auf unterirdisch verlegte Leitungen ausüben und deren Isolierung beschädigen. Im aktuellen Fall am Umspannwerk Schulwall war die konkrete Ursache jedoch zunächst offen.
Stromversorgung als kritische Infrastruktur
Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie abhängig eine moderne Stadt vom funktionierenden Stromnetz ist. Fällt die Energieversorgung aus, sind nicht nur Wohnungen und Geschäfte betroffen. Auch Straßenbeleuchtung, Ampelanlagen, Bahnhöfe, Gastronomie und zahlreiche weitere Einrichtungen können innerhalb weniger Sekunden beeinträchtigt werden. Der Stromausfall in Herford konnte vergleichsweise schnell behoben werden. Dennoch dürfte die erneute Störung bei einigen Anwohnern Fragen aufwerfen – insbesondere angesichts der mehreren Ausfälle innerhalb weniger Wochen.


