Gewaltige Buschfeuer im Süden Australiens

Im Süden Australiens spitzt sich die Lage dramatisch zu. Im Bundesstaat Victoria kämpfen Einsatzkräfte gegen zahlreiche Buschbrände, die sich bei extremer Hitze und orkanartigen Winden rasant ausbreiten. Besonders betroffen ist die Region rund um Bonnie Doon, ein beliebtes Erholungsgebiet, das durch den Kultfilm The Castle landesweit bekannt wurde. Doch die Idylle ist trügerisch: In vergleichsweise geringer Entfernung bedrohen Flammen Häuser, Bauernhöfe und Viehbestände.

Am Freitag stoßen selbst massive Feuerwehreinsätze an ihre Grenzen. In Teilen Victorias werden Temperaturen von über 40 Grad Celsius erwartet, während Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde die Brände unkontrollierbar anfachen. Die Behörden sprechen von „katastrophalen Feuerbedingungen“ – einer Kombination, die als Worst-Case-Szenario gilt.

Die beiden größten Brände wüten derzeit nahe der Orte Longwood und Walwa, rund 200 Kilometer voneinander entfernt. Beide Feuerfronten stellen eine akute Gefahr für Leben und Eigentum in den ländlichen Regionen dar. Allein in der Nähe von Longwood wurden bereits etwa 28.000 Hektar Land zerstört. Bilder aus der Region zeigen einen orangefarben leuchtenden Nachthimmel, verdunkelt von Rauch und Flammen.

Die Maßnahmen der Behörden sind drastisch. Rund 450 Schulen in Victoria blieben am Freitag geschlossen, zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert. In mehreren Gebieten zeigt die staatliche Warn-App die höchste Alarmstufe an: „Take Shelter Now“. Die unmissverständliche Botschaft: Eine Flucht ist nicht mehr möglich, Betroffene müssen sofort vor Ort Schutz suchen, um zu überleben. Zuvor hatten die Behörden noch zur Evakuierung aufgerufen – mit eindringlichen Appellen, nur das Unersetzliche mitzunehmen.

Notfall-Koordinator Tim Wiebusch richtete einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: Wer jetzt nicht gehe, riskiere sein Leben. Die Dimension der Zerstörung wird bereits sichtbar. In der Kleinstadt Ruffy, rund zwei Autostunden von Melbourne entfernt, sollen mindestens 20 Häuser vollständig niedergebrannt sein. Insgesamt zählt die Feuerwehr derzeit etwa 30 aktive Buschbrände in Victoria.

Jason Heffernan, Chef der regionalen Brandschutzbehörde, bezeichnete die Lage als „katastrophal“. Die Menschen müssten sich auf weitere Verluste einstellen – möglicherweise auch auf Todesopfer. Für die Feuerwehr bedeute dies einen extrem „hektischen“ Tag, an dem jede Wetteränderung über Leben und Tod entscheiden könne.

Meteorologen ziehen bereits Parallelen zum „Schwarzen Sommer“ 2019, als verheerende Buschfeuer an Australiens Ostküste 33 Menschen das Leben kosteten und riesige Landstriche verwüsteten. Die Narben dieser Katastrophe sind bis heute sichtbar. Auch diesmal ist Australien mitten im Sommer – einer Jahreszeit, in der Buschbrände zwar regelmäßig auftreten, deren Intensität jedoch durch den Klimawandel deutlich zunimmt. Längere Dürreperioden und extreme Wetterlagen machen die Feuer gefährlicher und schwerer kontrollierbar als je zuvor.

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