Ein Feuer unmittelbar vor dem baden-württembergischen Innenministerium hat am Freitagnachmittag Polizei und Feuerwehr auf den Plan gerufen. Gegen 16.20 Uhr wurden die Einsatzkräfte zur Willy-Brandt-Straße in Stuttgart-Mitte alarmiert. Vor Ort fanden die Feuerwehrleute ein brennendes Holzbrett unter beziehungsweise an einem Betonpoller. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden. Nach etwa einer halben Stunde war der Feuerwehreinsatz beendet. Menschen wurden nach den vorliegenden Informationen nicht verletzt. Auch am Gebäude entstand kein Schaden.
War es tatsächlich ein Anschlag?
Für Aufsehen sorgt vor allem die Frage, wie das Feuer entstanden ist. BILD berichtete zunächst von einem gezündeten Brandsatz und einem möglichen Brandanschlag auf das Innenministerium. Die Polizei bestätigte einen solchen Anschlag allerdings ausdrücklich nicht. Nach Angaben einer Polizeisprecherin werde in alle Richtungen ermittelt. Unklar ist damit derzeit sowohl, wer das Holzbrett entzündet haben könnte, als auch, ob überhaupt eine politische Motivation dahintersteckt. Die Ermittlungen sollen nun klären, ob es sich um vorsätzliche Brandstiftung oder einen anderen Vorgang handelt.
Politischer Zusammenhang wird geprüft
Besondere Aufmerksamkeit erhält der Vorfall, weil er sich ausgerechnet vor dem Innenministerium ereignete. Erst am Vortag hatte Innenminister Manuel Hagel Gespräche mit Vertretern von acht baden-württembergischen Fußballvereinen geführt. Dabei ging es unter anderem um eine geplante Vereinbarung zu Sicherheitsmaßnahmen bei Hochrisikospielen. Vereine sollen künftig stärker in die Verantwortung genommen werden, wenn es bei Spielen zu Ausschreitungen kommt. BILD stellt deshalb einen möglichen Zusammenhang zwischen der politischen Entscheidung und dem Feuer her. Belege dafür gibt es bislang jedoch nicht.
Kein Schaden am Ministerium
Trotz der unmittelbaren Nähe zum Ministeriumsgebäude blieb der Vorfall nach aktuellem Stand ohne größere Folgen. Das Feuer beschränkte sich auf den Außenbereich. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell unter Kontrolle bringen. Innenminister Manuel Hagel befand sich nach Angaben aus seinem Umfeld zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht in Stuttgart. Der Fall zeigt, wie schnell ein kleiner Brand an einem sensiblen Ort politische Brisanz entwickeln kann. Noch fehlen allerdings entscheidende Antworten. Insbesondere ist offen, ob das Holzbrett absichtlich in Brand gesetzt wurde und wer dafür verantwortlich sein könnte.
Von einem bestätigten Brandanschlag kann derzeit deshalb nicht gesprochen werden. Erst die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob hinter dem Feuer tatsächlich eine gezielte Attacke auf das Innenministerium steckte – oder ob sich die zunächst spektakuläre Darstellung am Ende als unbegründet erweist.


