Ein nächtliches Erdbeben hat im Norden der Türkei für Angst und Unruhe gesorgt. In der Provinz Tokat Province registrierten Seismologen ein Beben der Stärke 5,5, das zahlreiche Bewohner aus dem Schlaf riss. Die Erschütterung ereignete sich in der Nacht zu Freitag um 3.35 Uhr und war auch in mehreren benachbarten Regionen deutlich zu spüren.
Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde Disaster and Emergency Management Authority (AFAD) lag das Epizentrum in einer Tiefe von etwa 6,37 Kilometern. Trotz der spürbaren Erschütterungen wurden zunächst keine größeren Schäden oder Verletzten gemeldet.
Erschütterungen in mehreren Provinzen
Das Beben beschränkte sich nicht nur auf die Region um Tokat. Auch in den umliegenden Provinzen Samsun Province, Amasya Province, Ordu Province und Sivas Province berichteten Menschen von deutlich spürbaren Erschütterungen. Viele Bewohner reagierten mit Panik. Laut Berichten des Nachrichtensenders Habertürk verließen zahlreiche Menschen aus Angst vor möglichen Nachbeben ihre Wohnungen und Häuser. In der kalten Nacht harrten viele von ihnen in ihren Autos oder auf den Straßen aus.
Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen
Aus Sicherheitsgründen reagierten die Behörden schnell auf das Ereignis. Das Gouverneursamt der Provinz Tokat Province ordnete an, dass Schulen und Kindergärten für einen Tag geschlossen bleiben. Damit soll sichergestellt werden, dass mögliche Gebäudeschäden überprüft werden können und Kinder sowie Lehrkräfte keinem Risiko ausgesetzt sind. Experten prüfen derzeit weiterhin Gebäude und Infrastruktur in der Region.
Türkei zählt zu den erdbebengefährdeten Regionen
Die Türkei gehört zu den erdbebengefährdetsten Ländern Europas und Westasiens. Das Land liegt auf mehreren aktiven tektonischen Verwerfungen, an denen sich die Erdplatten gegeneinander verschieben. Besonders im Fokus steht immer wieder die Millionenmetropole Istanbul, die in einer besonders sensiblen seismischen Zone liegt. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor einem möglichen starken Erdbeben in der Region. Das aktuelle Beben in der Provinz Tokat erinnert erneut daran, wie präsent die Gefahr von Erdstößen in der Türkei ist – auch in Regionen, die nicht regelmäßig von starken Beben betroffen sind.
Lage bleibt unter Beobachtung
Die Behörden beobachten die Situation weiterhin genau. Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf größere Schäden, doch nach einem Erdbeben dieser Stärke sind Nachbeben nicht ungewöhnlich. Viele Bewohner bleiben daher vorerst wachsam – und hoffen, dass die Erde ruhig bleibt.


