Catania. Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien sorgt eine neue Serie von Erdbeben rund um den Vulkan Ätna für Unruhe. Am Mittwochmorgen erschütterte ein vergleichsweise starkes Beben die Region im Osten der Insel. Die stärkste registrierte Erschütterung erreichte nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie eine Magnitude von 4,5. Besonders deutlich zu spüren war das Beben in der Provinz Catania am Fuße des Vulkans.
Das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie meldete, dass sich das Hauptbeben um 7.05 Uhr Ortszeit ereignete. Das Epizentrum lag nordwestlich der Ortschaft Ragalna in unmittelbarer Nähe des Ätna. Das Hypozentrum befand sich in nur 3,8 Kilometern Tiefe, was die Erschütterungen an der Oberfläche deutlich verstärkte.
Mehrere Provinzen betroffen
Die Erdstöße beschränkten sich nicht nur auf das unmittelbare Umfeld des Vulkans. Auch in den Provinzen Messina und Syrakus sowie in Küstenorten wie Augusta meldeten zahlreiche Bewohner spürbare Erschütterungen. Insgesamt registrierten Beobachtungsplattformen mehr als hundert Meldungen von Menschen, die das Beben wahrgenommen hatten.
Besonders stark waren die Erschütterungen in Gemeinden nahe des Epizentrums wie Belpasso, Biancavilla und Santa Maria di Licodia. Diese Orte liegen nur rund 20 Kilometer vom Vulkan entfernt und gehören zu den Regionen, in denen seismische Aktivitäten regelmäßig auftreten.
Trotz der deutlich spürbaren Erdstöße berichten lokale Medien bislang nicht von größeren Schäden oder Verletzten.
Bürgermeister reagiert – Schulen bleiben geschlossen
Die Behörden reagierten dennoch vorsorglich. Der Bürgermeister der Großstadt Catania, Enrico Trantino, ordnete unmittelbar nach dem Beben die Schließung aller Schulen an. Gebäude sollen zunächst auf mögliche strukturelle Schäden überprüft werden, bevor der Unterricht wieder aufgenommen wird.
Auch in mehreren umliegenden Gemeinden rund um den Ätna fiel der Unterricht vorsorglich aus. Der internationale Flughafen von Catania blieb hingegen in Betrieb.
Vulkanische Prozesse als Ursache
Experten führen die aktuelle Serie von Erschütterungen auf die geologischen Prozesse im Inneren des Vulkans zurück. Der Ätna befindet sich in ständiger Bewegung, da aufsteigendes Magma den Untergrund deformiert. Gleichzeitig können Hangrutschungen und Verschiebungen entlang oberflächlicher Störungszonen Spannungen im Gestein aufbauen.
Diese Spannungen entladen sich regelmäßig in Form von moderaten, aber lokal teilweise starken Erdbeben. In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass Beben mit Magnituden um vier in unmittelbarer Nähe des Vulkans erhebliche Schäden verursachten, während weiter entfernte Städte kaum etwas davon bemerkten.
Dutzende Erdbeben in wenigen Tagen
Die Region rund um den über 3400 Meter hohen Ätna, Europas größten aktiven Vulkan, wird kontinuierlich überwacht. Allein in den vergangenen sieben Tagen registrierten Wissenschaftler 32 Erdbeben im Umfeld des Vulkans. Die meisten davon waren schwache Erschütterungen mit Magnituden um 2 bis 3, die kaum wahrgenommen wurden.
Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch erneut, wie aktiv die Region weiterhin ist. Sizilien zählt zu den seismisch aktivsten Gebieten im Mittelmeerraum.
Auch Deutschland erlebt regelmäßig Erdbeben
Erdbeben sind jedoch kein ausschließlich mediterranes Phänomen. Auch in Deutschland kommt es regelmäßig zu seismischen Aktivitäten. Erst vor wenigen Tagen wurde im Schwarzwald ein spürbares Beben registriert. Statistiken zeigen, dass allein im vergangenen Jahr rund 2200 Erdbeben in Deutschland aufgezeichnet wurden – die meisten davon allerdings so schwach, dass sie von der Bevölkerung nicht bemerkt werden.
Die Entwicklungen rund um den Ätna werden von Wissenschaftlern weiterhin genau beobachtet, da stärkere vulkanische Aktivität häufig von erhöhter seismischer Aktivität begleitet wird.


