Erdbeben der Stärke 4,8 bei Salerno

Ein mittelstarkes Erdbeben hat in der Nacht zum 21. Februar Teile Süditaliens erschüttert. Um 00:28:44 UTC (01:28 Uhr Ortszeit) registrierten Seismologen ein Beben der Magnitude 4,8. Das Epizentrum lag rund 44 Kilometer südöstlich von Salerno und etwa 14 Kilometer nordöstlich von Agropoli.

Das Besondere: Das Hypozentrum befand sich in außergewöhnlichen 299 Kilometern Tiefe. Aufgrund dieser großen Herdtiefe gingen beim European-Mediterranean Seismological Centre zunächst keine offiziellen Wahrnehmungsmeldungen ein. Dennoch berichten lokale Medien, dass empfindsame Personen die Erschütterungen verspürten. Schäden oder Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.

Seismische Aktivität unter Kampanien

Die Region um Salerno liegt am Übergang zwischen dem Tyrrhenischen Meer und dem Apennin. Tektonisch ist das Gebiet komplex: Während des Miozäns führte die Öffnung des Tyrrhenischen Meeres zur Absenkung des sogenannten Salerno-Beckens – ein Prozess, der durch Krustendehnung und zahlreiche sich kreuzende Störungszonen geprägt ist.

Doch das aktuelle Beben ereignete sich nicht an einer dieser oberflächennahen Verwerfungen. Die große Tiefe deutet vielmehr darauf hin, dass die Erschütterung in der subduzierten ionischen Erdkruste entstand. Solche Tiefbeben stehen im Zusammenhang mit den großräumigen Plattenbewegungen unter der Apennin-Halbinsel – ein geodynamischer Prozess, der auch für die magmatische Aktivität Süditaliens verantwortlich ist.

Nähe zu bekannten Vulkanen

Nur wenige Dutzend Kilometer entfernt liegt der Vesuv, einer der bekanntesten Vulkane Europas. Auch der aktive Vulkan Stromboli sowie der submarine Vulkan Marsili befinden sich im weiteren geodynamischen Einflussbereich. Experten betonen jedoch, dass das aktuelle Erdbeben kein unmittelbares Anzeichen für verstärkte vulkanische Aktivität sei.

Warum es glimpflich ausging

Seismologen verweisen darauf, dass Erdbeben in großer Tiefe trotz spürbarer Magnitude selten schwere Schäden verursachen. Die freigesetzte Energie verliert auf dem Weg zur Erdoberfläche deutlich an Intensität. Genau dieser Effekt dürfte verhindert haben, dass das Beben gravierende Folgen hatte.

Die Behörden beobachten die Lage weiterhin und raten der Bevölkerung, bei möglichen Nachbeben Ruhe zu bewahren und die üblichen Schutzmaßnahmen zu beachten.

Das Ereignis zeigt jedoch erneut: Süditalien bleibt eine der geodynamisch aktivsten Regionen Europas – auch wenn nicht jedes Beben an der Oberfläche sichtbare Spuren hinterlässt.

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