Ein Erdbeben der Magnitude 4,2 hat am Samstagmittag die Region nahe Bratislava erschüttert. Das Beben ereignete sich am 21. Februar 2026 um 13.44 Uhr in einer Tiefe von rund zehn Kilometern. Die berechnete Maximalintensität lag bei 6,1. Nach Modellrechnungen könnten bis zu 5,2 Millionen Menschen die Erschütterungen gespürt haben. Kleinräumig sind leichte Gebäudeschäden möglich.
Epizentrum im Dreiländereck
Das Epizentrum lag südöstlich der slowakischen Hauptstadt nahe dem Dreiländereck Slowakei–Österreich–Ungarn. In Bratislava selbst wurden die Erschütterungen deutlich wahrgenommen. Auch in Wien waren die Schwingungen spürbar – vor allem in höheren Stockwerken. In Ungarn meldeten Anwohner nördlich von Győr leichte Erschütterungen.
Das GFZ Potsdam ermittelte nach automatischer Auswertung eine Magnitude von 4,2. Der Erdbebendienst von Geoscience Austria bestätigte in einer ersten manuellen Analyse sogar eine Magnitude von 4,5. Abweichungen dieser Art sind in der Frühphase von Messungen nicht ungewöhnlich.
Eines der stärksten Beben seit Jahrzehnten
Es handelt sich um eines der kräftigsten Erdbeben im Raum Bratislava in den vergangenen Jahrzehnten. Zwar gilt die Region nicht als Hochrisikogebiet, sie zählt jedoch zu den seismisch aktiveren Zonen der Slowakei. Kleinere Erdstöße werden hier regelmäßig registriert.
Geologisch liegt das Gebiet im Einflussbereich des tektonisch aktiven Wiener Beckens. Von dort zieht sich eine Störungszone nach Nordosten bis in die Karpaten. Ein nördlicher Zweig verläuft direkt unterhalb von Bratislava, ein südlicher im Bereich des aktuellen Epizentrums. Beide gelten laut früheren Studien als potenzielle Quellen auch deutlich stärkerer Erdbeben über Magnitude 6 – Ereignisse, die allerdings äußerst selten sind.
Historische Parallelen
Das bislang stärkste bekannte Beben in der Region ereignete sich 1930 mit einer Magnitude von 5,2 und einem ähnlichen Epizentrum. 1967 wurde nördlich von Bratislava ein weiteres Beben der Magnitude 4,3 registriert.
Ob das aktuelle Ereignis Vorbote weiterer Aktivität ist, lässt sich derzeit nicht abschließend sagen. Nachbeben sind bei dieser Magnitude möglich, bleiben in der Regel jedoch schwächer.
Die Lage wird von den zuständigen geophysikalischen Diensten weiterhin beobachtet. Für die Bevölkerung besteht nach derzeitigen Erkenntnissen keine akute Gefahr – dennoch zeigt das Beben, dass auch Mitteleuropa nicht frei von spürbarer seismischer Aktivität ist.


