Deutsche Baubranche startet 2026 wieder durch

München. Nach Jahren der Flaute sieht das ifo Institut die deutsche Bauwirtschaft vor einer spürbaren Trendwende. Die Phase der Stagnation soll 2026 überwunden sein – und das mit deutlicher Dynamik.

Zwar war das Bauvolumen in den 19 EUROCONSTRUCT-Ländern im vergangenen Jahr mit lediglich 0,3 Prozent kaum gewachsen. Doch für 2026 prognostizieren die Ökonomen einen kräftigen Zuwachs von 2,4 Prozent. Damit, so die Einschätzung der Forscher, schaltet der europäische Bausektor „vom Leerlauf direkt in den übernächsten Gang“. Bis 2028 soll dieses Tempo weitgehend gehalten werden.

Durchschnittlich mehr als zwei Prozent Wachstum pro Jahr

Ludwig Dorffmeister, Fachreferent für Bau- und Immobilienforschung am ifo Institut, bezeichnet die Prognose als realistisch – auch wenn die Dynamik im weiteren Verlauf leicht nachlassen dürfte. Unter dem Strich ergebe sich über drei Jahre hinweg ein durchschnittliches jährliches Wachstum von mehr als zwei Prozent. Insgesamt werde die Bauleistung bis 2028 um 6,7 Prozent zulegen.

Besonders stark soll der Wohnungsbau profitieren. Hier rechnen die Experten mit einem Anstieg von rund 7,5 Prozent. Auch der Tiefbau – insbesondere Infrastrukturprojekte – dürfte in ähnlicher Größenordnung wachsen. Deutlich verhaltener fällt dagegen die Prognose für den Nichtwohnhochbau aus, der lediglich um 4,7 Prozent zulegen soll.

Investitionsbedarf und Konjunktur als Treiber

Als Haupttreiber nennen die Forscher den anhaltend hohen Investitionsbedarf im Wohnungs- und Infrastrukturbereich. Hinzu kommt eine erwartete konjunkturelle Belebung: Das Wirtschaftswachstum soll sich auf knapp 1,5 Prozent beschleunigen. Eine robustere Gesamtwirtschaft würde die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und privaten Bauherren stärken.

Auftragseingänge ziehen bereits an

Erste Signale für eine Stabilisierung hatte es bereits gegeben. Wie das Statistisches Bundesamt mitteilte, stieg der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im November 2025 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 8,5 Prozent. Dieser deutliche Anstieg gilt als möglicher Vorbote der nun prognostizierten Erholung.

Nach schwierigen Jahren mit hohen Zinsen, gestiegenen Baukosten und zurückhaltender Nachfrage zeichnet sich damit eine spürbare Trendwende ab. Sollte sich die Prognose bewahrheiten, könnte die Bauwirtschaft ab 2026 wieder zu einem wichtigen Wachstumsmotor der deutschen und europäischen Konjunktur werden.

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