Brand nach Vandalismus im Bahnhof Lausanne

Lausanne. Nach einem mutmaßlichen Akt von Vandalismus ist eine der wichtigsten Bahnverbindungen der Westschweiz seit Sonntagabend unterbrochen. Zwischen Prilly-Malley und Lausanne verkehren derzeit keine Züge mehr. Die Sperrung soll nach Angaben der Schweizerische Bundesbahnen (SBB) voraussichtlich bis Dienstagmorgen andauern – massive Einschränkungen inklusive.

Brand von rund 40 Kabeln legt Strecke lahm

Auslöser der Störung ist ein Brand im Bahnhof Lausanne. Laut SBB wurden rund 40 Kabel beschädigt oder zerstört. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein pyrotechnischer Gegenstand aus einem Fan-Zug geworfen worden sein. Die Ermittlungen zur genauen Ursache laufen.

Seit 20.45 Uhr am Sonntagabend steht der Bahnverkehr auf dem betroffenen Abschnitt still. Die Strecke zwischen Genf und Lausanne zählt zu den zentralen Verkehrsachsen des Landes – entsprechend weitreichend sind die Auswirkungen.

Fußballspiel als möglicher Auslöser

Am Sonntagnachmittag hatte in Lausanne das Super-League-Spiel zwischen FC Lausanne-Sport und Servette FC (3:3) stattgefunden. Ob der mutmaßliche pyrotechnische Gegenstand im Zusammenhang mit der Partie steht, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Offiziell bestätigt ist dies bislang nicht.

SBB raten dringend von Reisen ab

Obwohl Ersatzbusse zwischen Lausanne, Prilly-Malley und Renens verkehren, spricht die SBB eine klare Empfehlung aus: Nicht zwingend notwendige Fahrten sollen verschoben werden. „Wenn Ihre Anreise nicht zwingend notwendig ist, empfehlen wir dringend, diese zu verschieben oder ins Homeoffice zu wechseln“, heißt es in einer Mitteilung.

Die Lage bleibe angespannt, auch am Montag sei mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen. In der gesamten Region Lausanne kommt es zu Zugausfällen, Verspätungen und längeren Wartezeiten.

Internationale und nationale Linien betroffen

Die Auswirkungen reichen weit über die Region hinaus. Betroffen sind unter anderem internationale TGV- und EC-Verbindungen sowie zahlreiche nationale Linien wie IC1, IC5, IC51, mehrere Interregio- und Regionalexpress-Linien.

Züge zwischen Genève-Aéroport, Genève oder Morges und Bern sowie Basel SBB werden über Biel/Bienne umgeleitet. Auch Verbindungen nach Olten, Aarau, Zürich HB, Luzern, Zofingen und Sursee verkehren über alternative Routen. Die Reisezeiten verlängern sich entsprechend deutlich.

Unterstützung durch Zivilschutz

Angesichts der komplexen Situation wurden die Teams in den Bahnhöfen Lausanne und Renens durch den Zivilschutz verstärkt. Reisende werden vor Ort betreut, dennoch ist Geduld gefragt.

Die Reparatur der beschädigten Infrastruktur läuft unter Hochdruck. Erst wenn sämtliche Kabel ersetzt und sicherheitstechnisch überprüft sind, kann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden. Bis dahin bleibt eine zentrale Verkehrsader der Westschweiz blockiert – mit spürbaren Folgen für Pendler, Fernreisende und den internationalen Bahnverkehr.

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