Großkayna. Ein gezielt gelegtes Feuer in einer Trafostation hat in der Nacht zu Samstag im südlichen Saalekreis zu einem Stromausfall geführt. Unbekannte Täter setzten nach Angaben des Netzbetreibers Mitnetz ein Trafohäuschen in Großkayna, einem Ortsteil von Braunsbedra, in Brand. In der Folge musste das Umspannwerk Großkayna um 0.41 Uhr notabgeschaltet werden, um größere Schäden am Stromnetz zu verhindern.
Durch die Abschaltung waren zeitweise zahlreiche Haushalte ohne Elektrizität. Nach Angaben von Mitnetz waren in der Spitze 897 Stromkunden in Großkayna sowie in Teilen des benachbarten Roßbach betroffen. Zusätzlich fielen 14 weitere Netzpunkte aus. Erst nach etwas mehr als einer Stunde konnten große Teile des Netzes durch Umschaltungen wieder stabil versorgt werden. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung zog sich bis in die frühen Morgenstunden.
Besonders brisant: Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich eindeutig um Brandstiftung. Unbekannte entfernten offenbar ein Lüftungsgitter der Trafostation und stopften Holz und Papier in die Öffnung, bevor sie das Material anzündeten. Die Schäden sind so gravierend, dass die betroffene Station vollständig ersetzt werden muss.
Entdeckt wurde der Brand von einem Mitarbeiter des Energieunternehmens, der kurz vor Mitternacht wegen einer Störung zum Umspannwerk gefahren war. Er alarmierte umgehend die Einsatzkräfte. Die Polizeiinspektion Halle hat Ermittlungen wegen Brandstiftung sowie wegen Störung öffentlicher Betriebe aufgenommen. Zur Höhe des entstandenen Schadens gibt es bislang keine Angaben.
Der Vorfall ereignete sich in einer Nacht, in der der Deutsche Wetterdienst für Teile Sachsen-Anhalts Unwetterwarnungen ausgegeben hatte. Tief „Elli“ brachte Schneefälle und Minusgrade – eine Situation, in der eine stabile Stromversorgung besonders wichtig ist. Umso schwerer wiegt der mutmaßlich vorsätzliche Eingriff in die kritische Infrastruktur.
Die Ermittler prüfen nun, ob es sich um eine gezielte Sabotage handelt und ob es mögliche Zusammenhänge mit ähnlichen Vorfällen gibt. Für die betroffene Region bleibt vorerst die Sorge, dass die Sicherheitsvorkehrungen an sensiblen Energieanlagen nicht ausreichend waren.


