Schüsse haben in der Nacht zu Sonntag Anwohner im Berliner Stadtteil Schöneberg aufgeschreckt. In der Steinmetzstraße fielen mehrere Schüsse, anschließend raste ein Kleinwagen mit hoher Geschwindigkeit davon. Die Polizei stellte Patronenhülsen sicher und entdeckte Einschusslöcher an zwei Wohnungen. Verletzt wurde niemand. Noch ist unklar, wer die Schüsse abgegeben hat und was dahintersteckt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden. Gegen 5 Uhr meldeten Zeugen aus der Steinmetzstraße und der angrenzenden Bülowstraße mehrere laute Knallgeräusche. Kurz darauf beobachteten sie einen Kleinwagen, der mit hoher Geschwindigkeit aus dem Bereich davonfuhr.
Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie in der Steinmetzstraße mehrere leere Patronenhülsen scharfer Munition. Die Polizei sicherte die Spuren und leitete unmittelbar Ermittlungen ein.
Einschusslöcher in zwei Wohnungen
Im weiteren Verlauf der Untersuchungen stießen die Ermittler auf weitere Spuren der Schüsse. An zwei unterschiedlichen Wohnungen in der Steinmetzstraße wurden Beschädigungen an den Fensterscheiben festgestellt. In beiden Fällen handelte es sich um jeweils ein Einschussloch. Besonders brisant: Die Schüsse fielen in einem bewohnten Bereich. Dass niemand getroffen oder verletzt wurde, ist daher ein glücklicher Umstand. Nach derzeitiger Einschätzung der Polizei gibt es allerdings keine Hinweise darauf, dass die Wohnungen gezielt beschossen wurden. Die Ermittler gehen vielmehr davon aus, dass es sich möglicherweise um Querschläger gehandelt haben könnte.
Täter weiterhin unbekannt
Von dem Kleinwagen, der unmittelbar nach den Schüssen beobachtet wurde, fehlt bislang jede Spur. Wer sich in dem Fahrzeug befand und ob der Wagen tatsächlich mit der Schussabgabe in Verbindung steht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Kriminalpolizei übernahm den Fall. Die sichergestellten Hülsen und weitere Spuren sollen nun ausgewertet werden. Dabei dürfte auch die Frage eine zentrale Rolle spielen, aus welcher Richtung die Schüsse abgegeben wurden und ob sich daraus Rückschlüsse auf den Ablauf ergeben.
Erneut Schusswaffeneinsatz in Berlin
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Schusswaffendelikten ein, die Berlin seit Monaten beschäftigen. Die Gewerkschaft der Polizei hatte bereits im Frühjahr auf die zunehmende Zahl von Vorfällen hingewiesen, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kommen. Auch die speziell eingerichtete Polizeieinheit „BAO Ferrum“ ist weiterhin gegen illegalen Waffenbesitz und bewaffnete Kriminalität im Einsatz. Nach Angaben der Polizei wurden seit ihrer Einrichtung mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Tausende Fahrzeuge sowie Hunderte Lokale und Geschäfte wurden kontrolliert; rund 280 Menschen wurden dabei festgenommen.
Schüsse sorgen erneut für Unruhe
Für die Bewohner der Steinmetzstraße bleibt vor allem die Frage offen, warum mitten in einem Wohngebiet scharfe Munition abgefeuert wurde. Dass Geschosse schließlich Fenster von Wohnungen durchschlugen, macht den Vorfall besonders gefährlich. Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf eine gezielte Attacke gegen die Bewohner der beiden Wohnungen. Das Motiv und die Hintergründe der Schussabgabe sind jedoch weiterhin ungeklärt. Die Ermittlungen laufen. Entscheidend könnte nun die Auswertung der gesicherten Spuren und möglicher Zeugenaussagen sein. Der gesuchte Kleinwagen könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.


