Helfer-App: DRK macht spontanes Helfen einfacher

Wenn Unwetter, Hochwasser oder Stromausfälle auftreten, sind viele Menschen bereit zu helfen. Häufig fehlt jedoch eine Möglichkeit, diese spontane Hilfsbereitschaft schnell und gezielt zu koordinieren. Genau hier setzt die neue kostenlose App „Hilf Spontan“ des Deutschen Roten Kreuzes im Rems-Murr-Kreis an. Die Anwendung soll Bürgerinnen und Bürger mit Hilfsangeboten und konkreten Unterstützungsbedarfen zusammenbringen. Nutzer können sich registrieren und selbst festlegen, bei welchen Aufgaben sie kontaktiert werden möchten. Eine Verpflichtung zur Übernahme eines Einsatzes besteht nicht. Wer angefragt wird, kann die Unterstützung freiwillig zusagen oder ablehnen.

Dabei richtet sich das Angebot ausdrücklich nicht nur an Mitglieder des DRK. Gefragt sind Menschen mit unterschiedlichen Kenntnissen und Fähigkeiten. Denkbar sind beispielsweise Unterstützung bei sozialen Projekten, Hilfe für ältere Menschen, Dolmetscherdienste oder einfache Tätigkeiten bei größeren Schadenslagen.

Erfahrungen aus Hochwasser und Starkregen

Auslöser für das Projekt waren unter anderem die schweren Starkregen- und Hochwasserereignisse des Jahres 2024. Damals zeigte sich, dass zahlreiche Menschen spontan helfen wollten, eine strukturierte Vermittlung der Helfer jedoch nur eingeschränkt möglich war. Mit der neuen Plattform soll diese Lücke geschlossen werden. Das DRK Rems-Murr koordiniert die Helferbörse und kann bei entsprechenden Lagen gezielt auf registrierte Freiwillige zurückgreifen. Damit sollen professionelle Einsatzkräfte entlastet und vorhandene Ressourcen schneller aktiviert werden.

Vorsorge und Warnungen in einer Anwendung

„Hilf Spontan“ beschränkt sich allerdings nicht auf die Vermittlung von Helfern. Die App bietet auch Informationen zur persönlichen Notfallvorsorge und informiert über relevante Gefahrenlagen. Nutzer können zudem besondere Situationen wie Überflutungen oder Straßensperrungen melden. Perspektivisch sollen auch Kommunen, Vereine und soziale Einrichtungen Unterstützungsbedarf an das DRK melden können. Dadurch könnte eine regionale Plattform entstehen, über die freiwillige Helfer auch außerhalb klassischer Katastropheneinsätze eingesetzt werden.

Helfernetzwerk soll vor der Krise entstehen

Finanziell unterstützt wurde das Projekt mit 12.500 Euro durch die Stiftung des DRK im Rems-Murr-Kreis. Die technische Grundlage stammt aus einem bereits erprobten Konzept, das unter anderem in Bonn und Österreich eingesetzt wird und für den Rems-Murr-Kreis angepasst wurde. Das eigentliche Ziel geht jedoch über eine einzelne App hinaus: Es soll ein belastbares regionales Helfernetzwerk entstehen, das bereits vor einer Katastrophe aufgebaut wird. Denn wenn eine Krise eintritt, bleibt meist wenig Zeit, Freiwillige zu suchen, ihre Fähigkeiten zu erfassen und Einsätze zu koordinieren.

Mit „Hilf Spontan“ soll genau diese Vorbereitung digital organisiert werden. Aus spontaner Hilfsbereitschaft soll im Ernstfall schnell verfügbare Unterstützung werden.

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