Waldbrand bei Schramberg: 20 Hektar Wald betroffen

Ein großflächiger Waldbrand hat bei Schramberg im Landkreis Rottweil einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Das Feuer, das zunächst als kleiner Vegetationsbrand gemeldet worden war, breitete sich innerhalb weniger Stunden deutlich aus. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt knapp 20 Hektar Waldfläche von den Flammen erfasst. Die Einsatzkräfte konnten den Brand inzwischen weitgehend unter Kontrolle bringen. Vollständig beendet war der Einsatz am Montagabend jedoch noch nicht: In dem schwer zugänglichen Gelände wurden weiterhin Glutnester festgestellt. Deshalb liefen umfangreiche Nachlöscharbeiten und Kontrollen.

Feuer breitet sich in der Nacht aus

Alarmiert worden war die Feuerwehr Schramberg am Sonntag gegen 17.37 Uhr zunächst wegen eines vergleichsweise kleinen Vegetationsbrandes. Im weiteren Verlauf entwickelte sich daraus ein großflächiger Waldbrand. Besonders problematisch war die Topografie des betroffenen Gebietes. Das Gelände ist teilweise steil und nur schwer erreichbar. Nach Angaben der Einsatzleitung gab es zwei größere Brandstellen sowie zahlreiche einzelne Glutnester. Dadurch war es für die Feuerwehr besonders wichtig, eine erneute Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Die Löscharbeiten wurden deshalb von mehreren Seiten gleichzeitig geführt. Eine wichtige Priorität bestand darin, ein Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Wohngebiet zu verhindern.

Bis zu 400 Einsatzkräfte vor Ort

Die Dimension des Einsatzes machte schnell deutlich, dass die örtlichen Kräfte allein die Lage nicht bewältigen konnten. Nach Angaben der Feuerwehr Rottweil waren zeitweise bis zu 400 Einsatzkräfte mit mehr als 80 Fahrzeugen im Einsatz. Unterstützung kam aus mehreren Landkreisen. Neben regulären Löschzügen wurden auch speziell für die Waldbrandbekämpfung geeignete Tanklöschfahrzeuge eingesetzt. Darüber hinaus beteiligten sich zahlreiche Landwirte an den Löscharbeiten und stellten Wasser- beziehungsweise Güllefässer zur Verfügung. Auch das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei unterstützten den Großeinsatz.

Löschwasser wird zur entscheidenden Ressource

Eine besondere Herausforderung stellte die Versorgung der Einsatzstellen mit ausreichend Löschwasser dar. Das Trinkwassernetz konnte aufgrund der benötigten Mengen nur eingeschränkt genutzt werden. Deshalb mussten zusätzliche Wasserquellen erschlossen werden. Löschwasser wurde unter anderem aus einem Löschteich sowie aus dem Freibad im Schramberger Stadtteil Tennenbronn entnommen. Das Schwimmbecken wurde damit kurzfristig zu einem wichtigen Bestandteil der Löschwasserversorgung. Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr brachte die ungewöhnliche Situation mit einem prägnanten Satz auf den Punkt: Für das Freibad sei an diesem Tag kein „Badetag“, sondern ein „Löschtag“ gewesen.

Spezialtechnik für das schwierige Waldgelände

Für die Brandbekämpfung wurde auch Spezialtechnik eingesetzt. Die Berufsfeuerwehr Freiburg baute ein besonderes Löschwassersystem auf, mit dem Wasser aus der Schiltach gefördert werden konnte. Dieses System versorgte insbesondere die gefährdete Flanke des Brandgebietes in Richtung Wohnbebauung. Zusätzliche Unterstützung kam von der Feuerwehr Reutlingen. Sie setzte einen geländegängigen Unimog ein, der speziell für Einsätze in schwierigem Terrain geeignet ist. Das Fahrzeug kann sich auch dort bewegen, wo herkömmliche Feuerwehrfahrzeuge an ihre Grenzen kommen, und während der Fahrt Löschwasser abgeben. Das Spezialfahrzeug gehört nach Angaben der Reutlinger Feuerwehr zu einer nur sehr kleinen Zahl vergleichbarer Fahrzeuge in Baden-Württemberg.

Glutnester halten Feuerwehr weiter in Atem

Obwohl die offenen Flammen weitgehend gelöscht waren, blieb die Gefahr einer erneuten Brandentwicklung bestehen. Gerade bei Waldbränden können sich Feuer und Glut tief im Boden, in der Vegetation oder unter Wurzeln halten und später wieder aufflammen. Am Montagabend waren deshalb noch 124 Einsatzkräfte mit 37 Fahrzeugen im betroffenen Gebiet. Die Feuerwehr konzentrierte sich insbesondere auf Nachlöscharbeiten und die Suche nach verbliebenen Glutnestern. Auch während der Nacht und am Dienstag sollten die betroffenen Bereiche weiter kontrolliert werden. Sollten neue Glutnester entdeckt werden oder sich die Situation wieder verschärfen, war ein erneutes Eingreifen der Feuerwehr vorgesehen.

Waldbrand zeigt hohe Gefährdung

Der Einsatz bei Schramberg verdeutlicht, wie schnell sich ein zunächst kleiner Vegetationsbrand zu einem komplexen Waldbrand entwickeln kann. Trockenheit, hohe Temperaturen und schwer zugängliches Gelände können die Brandbekämpfung erheblich erschweren. Besonders kritisch wird die Situation, wenn sich ein Feuer in unwegsamem Waldgebiet ausbreitet und gleichzeitig eine Gefährdung für angrenzende Siedlungen besteht. Dann müssen die Einsatzkräfte nicht nur die eigentliche Brandfläche bekämpfen, sondern gleichzeitig sogenannte Riegel beziehungsweise Schutzlinien aufbauen und besonders gefährdete Bereiche absichern.

In Schramberg gelang es den Einsatzkräften nach stundenlangem Großeinsatz, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern und den Waldbrand weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Die abschließenden Nachlöscharbeiten und Brandkontrollen blieben jedoch weiterhin notwendig.

Großeinsatz mit regionaler Unterstützung

Der Waldbrand bei Schramberg entwickelte sich damit zu einem der größeren Feuerwehreinsätze der Region. Neben den Feuerwehren aus Schramberg und dem Landkreis Rottweil waren zahlreiche weitere Organisationen und Einsatzkräfte beteiligt. Der koordinierte Einsatz von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei, Technischem Hilfswerk und unterstützenden Landwirten zeigte zugleich die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit bei großflächigen Vegetations- und Waldbränden. Entscheidend war letztlich nicht nur die Bekämpfung der eigentlichen Flammen, sondern auch die Sicherstellung der Löschwasserversorgung und der Schutz der angrenzenden Wohnbebauung. Erst wenn auch die letzten Glutnester beseitigt und die betroffenen Waldflächen kontrolliert sind, kann der Einsatz endgültig beendet werden.

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