Ein mittelstarkes Erdbeben hat in der Nacht zum Samstag Teile Andalusiens erschüttert. Das Epizentrum lag südlich der Stadt Granada. Das Beben war in mehreren Orten deutlich zu spüren, darunter auch in Teilen der Provinz Málaga. Nach bisherigem Stand wurden keine größeren Schäden oder Verletzte gemeldet. Bei der Stärke des Bebens gibt es zwischen den Messstellen leichte Abweichungen. Das spanische Instituto Geográfico Nacional (IGN) gab zunächst eine Magnitude von 5,0 an. Das USGS kam auf 5,2, während das deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) 4,9 meldete. Solche Unterschiede sind bei ersten Messungen nicht ungewöhnlich.
Das Beben ereignete sich gegen 1.04 Uhr Ortszeit. Der Erdbebenherd lag nach den vorliegenden Angaben etwa zehn Kilometer tief. Das Epizentrum befand sich im Raum Otura beziehungsweise Alhendín südlich von Granada.
Erschütterungen bis nach Málaga spürbar
Die Erschütterungen wurden in zahlreichen Gemeinden rund um Granada wahrgenommen. Auch in der Provinz Málaga und in der Stadt Málaga selbst war das Beben deutlich zu spüren. Der andalusische Notruf 112 erhielt nach dem Erdstoß mehrere Meldungen aus der Region. Bereits am Freitagabend hatte ein schwächeres Beben die Region erschüttert. Dieses erreichte eine Stärke von etwa 3,7 und wurde ebenfalls rund um Granada wahrgenommen.
Bislang keine größeren Schäden gemeldet
Nach den bisher vorliegenden Informationen gibt es keine Hinweise auf Todesopfer oder Verletzte. Auch größere Gebäudeschäden wurden zunächst nicht gemeldet. Behörden und Rettungsdienste beobachteten die Situation jedoch weiter. Für die Menschen in der Region kam der Erdstoß dennoch überraschend. Gerade in dicht besiedelten Gebieten können bereits mittelstarke Beben deutlich wahrgenommen werden und für erhebliche Unruhe sorgen.
Andalusien liegt in seismisch aktiver Region
Südspanien gehört zu den erdbebengefährdeten Regionen Europas. Grund dafür sind die tektonischen Bewegungen zwischen der Afrikanischen und der Eurasischen Platte. Besonders Granada und andere Teile Andalusiens werden regelmäßig von Erdstößen unterschiedlicher Stärke getroffen. Das aktuelle Beben war deutlich stärker als die zahlreichen kleineren Erschütterungen, die in der Region regelmäßig registriert werden. Eine unmittelbare größere Gefahr lässt sich allein aus der Stärke jedoch nicht ableiten.
Weitere Erschütterungen möglich
Nach einem stärkeren Erdbeben können weitere, meist schwächere Nachbeben auftreten. Die Behörden beobachten deshalb die seismische Aktivität in der Region weiterhin. Für die Bevölkerung gilt insbesondere: Bei erneuten starken Erschütterungen sollten Gebäude möglichst nicht überstürzt verlassen werden, sondern Schutz unter stabilen Möbeln gesucht und Fenster sowie beschädigte Bereiche gemieden werden.


