Eine schwere Auseinandersetzung hat am Sonntagabend in Düren einen Großeinsatz von Polizei und Rettungsdiensten ausgelöst. Nach bisherigen Erkenntnissen waren rund 15 bis 20 Menschen beteiligt. Äxte, Hämmer, Stangen und Baseballschläger sollen eingesetzt worden sein. Mindestens acht Beteiligte erlitten schwere Verletzungen. Die Polizei ermittelt wegen einer offenbar geplanten Auseinandersetzung zwischen Personen aus zwei Großfamilien. Gegen 18.50 Uhr gingen zahlreiche Notrufe bei der Polizei ein. Zeugen meldeten eine massive Schlägerei am Bonner Platz in der Dürener Innenstadt. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, hatten Unbeteiligte bereits versucht, die beiden Gruppen voneinander zu trennen.
Die Polizei rückte mit einem größeren Aufgebot an. Rettungsdienst und Notärzte mussten sich um mehrere Verletzte kümmern. Nach Angaben des WDR waren zwischen 15 und 20 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt.
Waffen und Schlagwerkzeuge eingesetzt
Besonders brisant ist der Einsatz verschiedener Schlag- und Hiebwerkzeuge. Nach bisherigen Ermittlungen wurden unter anderem Äxte, Hämmer, Stangen und Baseballschläger verwendet. Augenzeugen berichteten zudem von weiteren gefährlichen Gegenständen. Die genaue Zuordnung der einzelnen Waffen zu den Beteiligten ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Von dem Geschehen existieren Aufnahmen, die von Augenzeugen angefertigt und anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Die Polizei wertet diese Videos aus, um weitere Beteiligte zu identifizieren und den Ablauf der Auseinandersetzung zu rekonstruieren.
Acht Menschen schwer verletzt
Die Bilanz des Gewaltausbruchs fällt schwer aus. Nach aktuellem Ermittlungsstand wurden mindestens acht Menschen schwer verletzt. Sechs Verletzte wurden mit Rettungswagen und unter notärztlicher Betreuung in Krankenhäuser gebracht. Zwei weitere Schwerverletzte lehnten eine medizinische Behandlung beziehungsweise den Transport ins Krankenhaus ab. Darüber hinaus gab es weitere Leichtverletzte. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Dabei handelt es sich nach bisherigen Angaben um einen 22-jährigen Mann aus Düren und einen 23-Jährigen aus Köln. Ob weitere Festnahmen folgen, ist derzeit offen.
Polizei vermutet länger schwelenden Streit
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand könnte die Eskalation auf einen bereits länger andauernden Konflikt zurückgehen. Die Polizei geht davon aus, dass sich Personen aus zwei Großfamilien offenbar zu der Auseinandersetzung verabredet hatten. Was den ursprünglichen Streit ausgelöst hat und weshalb die Situation schließlich derart eskalierte, ist bislang nicht geklärt. Die Ermittler stehen dabei vor einer schwierigen Aufgabe. Beteiligte zeigen sich nach bisherigen Angaben wenig kooperativ, zudem konnten einige Schwerverletzte zunächst nicht vernommen werden. Die Auswertung der vorhandenen Videoaufnahmen soll deshalb eine zentrale Rolle bei der Aufklärung spielen.
Augenzeugen griffen ein
Nach dem Eintreffen der Polizei war die unmittelbare Auseinandersetzung bereits beendet. Nach übereinstimmenden Berichten hatten sich Unbeteiligte zuvor eingeschaltet und versucht, die Gruppen auseinanderzubringen. Damit verhinderten sie offenbar eine weitere Eskalation, bevor die Polizei die Situation endgültig unter Kontrolle bringen konnte. Die veröffentlichten Aufnahmen vermitteln einen Eindruck von der Heftigkeit des Geschehens. Die Polizei bittet deshalb insbesondere Menschen, die den Vorfall beobachtet oder selbst Aufnahmen gemacht haben, um Unterstützung bei den Ermittlungen.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wer an der Schlägerei beteiligt war und welche Rolle die einzelnen Personen gespielt haben. Die Ermittler müssen außerdem klären, welche Gegenstände als Waffen eingesetzt wurden und ob die Auseinandersetzung tatsächlich im Vorfeld verabredet worden war. Auch der konkrete Hintergrund des Konflikts ist weiterhin offen. Die Bezeichnung als Streit zwischen zwei Großfamilien basiert auf dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei und stellt keine abschließende Bewertung der Hintergründe dar.
Düren nach dem Gewaltausbruch unter Beobachtung
Der Vorfall sorgt in Düren für Aufmerksamkeit, weil die Gewalt mitten im Stadtgebiet eskalierte und zahlreiche Menschen die Auseinandersetzung beobachten konnten. Die hohe Zahl schwer Verletzter und der Einsatz von Äxten, Hämmern und Baseballschlägern machen den Fall zu einem besonders schweren Gewaltdelikt. Für die Ermittler geht es nun darum, die Ereignisse vom Sonntagabend lückenlos zu rekonstruieren. Neben Zeugenaussagen dürften dabei die zahlreichen Handyvideos eine wichtige Rolle spielen. Die entscheidende Frage bleibt: Warum trafen sich die beiden Gruppen – und weshalb eskalierte ein offenbar länger schwelender Konflikt in eine bewaffnete Massenschlägerei? Die Antwort darauf müssen die weiteren Ermittlungen der Polizei liefern.


