Ein großflächiger Waldbrand bei Kastel in der Gemeinde Nonnweiler hat am Donnerstagabend einen Großeinsatz der Feuerwehren ausgelöst. Seit dem späten Nachmittag kämpfen mehr als 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Auch am späten Abend war der Brand noch nicht vollständig unter Kontrolle. Nach Einschätzung der Einsatzleitung dürfte sich der Einsatz bis in die Nacht und möglicherweise bis zum Freitagmorgen hinziehen.
Der Alarm ging gegen 17.27 Uhr ein. Das Feuer war in einem Waldgebiet hinter der Kläranlage nahe der Landstraße zwischen Primstal und Kastel ausgebrochen. Durch den auffrischenden Wind breiteten sich die Flammen rasch aus und fraßen sich den Hang hinauf. Nach Angaben des saarländischen Innenministeriums stand am Abend eine Fläche von knapp fünf Hektar in Flammen.
Feuerwehr bekämpft Brand von zwei Seiten
Im Verlauf des Abends gelang es den Einsatzkräften, die Lage etwas besser unter Kontrolle zu bringen. Von einer vollständigen Entwarnung konnte jedoch weiterhin keine Rede sein. An mehreren Stellen breitete sich das Feuer nach Angaben der Feuerwehr noch aus. Die Löscharbeiten wurden deshalb von zwei Seiten geführt.
Besonders problematisch sind zahlreiche Glutnester, die auch nach dem Ablöschen der sichtbaren Flammen wieder aufflammen können. Die Einsatzkräfte müssen deshalb große Bereiche des Waldes kontrollieren und gezielt nach versteckten Brandherden suchen. Der Einsatzleiter rechnete damit, dass die Nachlöscharbeiten noch bis in die frühen Morgenstunden andauern könnten.
Löschhubschrauber unterstützen die Feuerwehr
Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte aus der Luft. Zwei Löschhubschrauber wurden im Laufe des Einsatzes eingesetzt. Einer der Hubschrauber war auch nach Einbruch der Dunkelheit noch an den Löscharbeiten beteiligt. Unter anderem flog der Polizeihubschrauber „Sperber 4“ zwischen dem Brandgebiet und der nahe gelegenen Talsperre Nonnweiler, um Wasser aufzunehmen und die Feuerwehr am Boden zu unterstützen.
Neben den Feuerwehren aus dem Landkreis St. Wendel wurden auch spezialisierte Waldbrandeinheiten aus dem Landkreis Merzig-Wadern sowie aus dem rheinland-pfälzischen Landkreis Birkenfeld alarmiert. Zudem waren Kräfte des Roten Kreuzes, der Malteser und der Polizei sowie Mitarbeiter des SaarForst Landesbetriebs im Einsatz.
Rauch sorgt für Warnung der Bevölkerung
Der weithin sichtbare Rauch führte zu zahlreichen Notrufen bei der Notrufnummer 112. Die Behörden warnten deshalb vorsorglich die Bevölkerung. Anwohner sollten das betroffene Gebiet meiden, Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungs- sowie Klimaanlagen abschalten. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden zunächst nicht. Evakuierungen waren nicht erforderlich, da sich der Brand ausschließlich im Waldgebiet ausbreitete. Die Situation wurde jedoch fortlaufend beobachtet und neu bewertet.
Landstraße vorsorglich gesperrt
Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die nahe gelegene Landstraße 147 vorsorglich gesperrt. Die Autobahn 1 befindet sich ebenfalls in der weiteren Umgebung des Brandortes, war nach den vorliegenden Informationen durch den Rauch zunächst nicht unmittelbar gefährdet. Am Abend machten sich auch Landesbrandinspekteur Timo Meyer und Saar-Innenminister Reinhold Jost vor Ort ein Bild von der Lage. Während der Einsatz noch lief, berieten die Verantwortlichen über das weitere Vorgehen.
Größter Waldbrand des Sommers im Landkreis
Der Brand bei Kastel gilt als bislang größter Flächenbrand dieses Sommers im Landkreis St. Wendel. Die betroffene Fläche von rund fünf Hektar entspricht in etwa der Größe der Talsperre Nonnweiler. Wie lange die Feuerwehr für die vollständige Bekämpfung und die Kontrolle aller Glutnester benötigt, war am späten Donnerstagabend noch offen.
Erst wenige Tage zuvor war die Feuerwehr bereits zu einem Waldbrand in Namborn ausgerückt. Dort hatte sich das Feuer auf einer Fläche von etwa 50 mal 20 Metern in einem Bestand aus Fichten und Gestrüpp ausgebreitet. Der aktuelle Brand bei Nonnweiler stellt die Einsatzkräfte nun jedoch vor eine deutlich größere Herausforderung.


