Erdbeben der Stärke 4.8 südlich von Piedecuesta

Ein nächtliches Erdbeben hat Teile des Nordostens Kolumbiens aufgeschreckt. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 11. Februar 2026, registrierten mehrere seismologische Dienste ein Beben der Stärke knapp unter 5 in der Region Santander. Das Epizentrum lag unweit der Stadt Piedecuesta, rund 30 Kilometer südlich der Metropole Bucaramanga.

Nach Angaben des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam ereignete sich das Erdbeben um 00:59 Uhr Ortszeit (GMT -5) in einer Tiefe von etwa 146 bis 147 Kilometern. Das GFZ bezifferte die Stärke auf 4,9. Der kolumbianische Geologische Dienst (SGC) sprach hingegen von einer Magnitude von 4,8, während das internationale Bürgernetzwerk RaspberryShake ebenfalls 4,9 meldete. Solche leichten Abweichungen sind unmittelbar nach einem Beben üblich und können sich nach Abschluss der Datenauswertung noch ändern.

Großes Wahrnehmungsgebiet trotz großer Tiefe

Obwohl das Erdbeben vergleichsweise tief unter der Erdoberfläche entstand, war es in einem weiten Umkreis spürbar. Vorläufige Einschätzungen gehen davon aus, dass in mehreren Städten und Gemeinden ein leichtes bis sehr leichtes Vibrieren wahrgenommen werden konnte. Dazu zählen unter anderem Cepitá, Piedecuesta, San Gil, Floridablanca, Málaga, Girón, Socorro sowie die Großstadt Bucaramanga mit über einer halben Million Einwohnern.

In Bucaramanga selbst, rund 40 Kilometer vom Epizentrum entfernt, berichteten erste Anwohner von kurzen Erschütterungen, die vor allem in höheren Stockwerken wahrgenommen wurden. Schäden oder Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Auch offizielle Stellen bestätigten zunächst keine größeren Auswirkungen auf die Infrastruktur.

Seismisch aktive Region

Die Region Santander gilt als eine der seismisch aktivsten Zonen Kolumbiens. Ursache ist die komplexe tektonische Situation, in der mehrere Erdplatten aufeinandertreffen. Tiefere Beben wie dieses verursachen zwar häufig weniger Schäden an der Oberfläche, können aber über größere Entfernungen hinweg gespürt werden.

Seismologen betonten, dass die derzeit veröffentlichten Daten vorläufig seien. In den kommenden Stunden könnten Stärke, Tiefe oder genaue Lage des Epizentrums noch leicht angepasst werden, sobald die Messwerte detailliert ausgewertet sind.

Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf, empfahlen jedoch, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen im Fall möglicher Nachbeben zu beachten.

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