Nach einer schweren Explosion in der nordchinesischen Provinz Shanxi ist die Zahl der Todesopfer gestiegen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, kamen bei dem Unglück in einer Industrieanlage mindestens acht Menschen ums Leben. Die Explosion ereignete sich am Samstagmorgen in einem Werksteil eines Unternehmens im Kreis Shanyin, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Peking. Zunächst war von sieben Toten und einem Vermissten die Rede gewesen, inzwischen bestätigten die Behörden weitere Todesopfer.
Auch einen Tag nach der Detonation liefen die Aufräum- und Rettungsarbeiten weiter. Einsatzkräfte durchsuchten die beschädigten Gebäudeteile nach möglichen weiteren Opfern. Über dem Fabrikgelände stieg weiterhin dunkler Rauch auf. Die Explosion hatte Teile der Anlage schwer zerstört und umliegende Bereiche beschädigt.
Nach offiziellen Angaben ereignete sich das Unglück in einem Werkstatt- beziehungsweise Produktionsbereich des Unternehmens Jiapeng, das als Biotechnik-Firma geführt wird. Die Behörden betonten jedoch, dass es keine Hinweise auf einen Laborunfall oder einen Zwischenfall im Zusammenhang mit wissenschaftlicher Forschung gebe. Entgegen anfänglicher Spekulationen handelte es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um einen Industrieunfall. In der betroffenen Anlage wurden laut Berichten unter anderem Biofutter, Kohle sowie Baumaterialien und Farben hergestellt, nicht jedoch biomedizinische Produkte.
Zu den genauen Ursachen der Explosion machten die Behörden bislang keine Angaben. Ob technische Defekte, menschliches Versagen oder andere Faktoren zu dem Unglück geführt haben, ist derzeit unklar. Die Ermittlungen zur Unglücksursache wurden aufgenommen. Offizielle Stellen kündigten an, den Vorfall umfassend untersuchen zu wollen.
Industrieunfälle sind in China keine Seltenheit. Immer wieder kommt es in Fabriken, Bergwerken oder Chemieanlagen zu Explosionen, Bränden oder Einstürzen. Kritiker verweisen seit Jahren auf unzureichende Sicherheitsstandards, hohen Produktionsdruck und Defizite bei der Kontrolle von Arbeits- und Umweltschutzauflagen. Erst vor wenigen Wochen waren bei einer Explosion in einem Stahlwerk in der Region Innere Mongolei mehrere Menschen ums Leben gekommen.
Auch der aktuelle Vorfall in Shanxi wirft erneut Fragen zur Sicherheit in chinesischen Industrieanlagen auf. Die Provinz gilt als wichtiger Industriestandort, insbesondere für Energie- und Schwerindustrie. Wie groß der entstandene Sachschaden ist und ob es Konsequenzen für das betroffene Unternehmen geben wird, ist derzeit noch offen.


