Unbekannte lockern Radmuttern an Rettungswagen

Innerhalb weniger Stunden sind am Donnerstagmorgen, dem 15. Januar, gleich zwei Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Schaumburg verunglückt. Der zeitliche Zusammenhang und die nahezu identischen Umstände lassen die Vorfälle in einem besonders beunruhigenden Licht erscheinen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts, dass die Unfälle nicht zufällig passiert sein könnten.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der erste Unfall kurz nach sechs Uhr morgens in Obernkirchen, der zweite rund zwei Stunden später in Rodenberg. In beiden Fällen lösten sich während der Fahrt die hinteren linken Reifen der Rettungswagen. Ursache waren offenbar gelockerte Radmuttern, die den sicheren Halt der Räder unmöglich machten. Beide Fahrzeuge wurden dadurch fahruntüchtig, verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Im Zuge der anschließenden Überprüfungen ließ das Deutsche Rote Kreuz alle weiteren Einsatzfahrzeuge kontrollieren. Dabei stellten Techniker an einem dritten Rettungswagen ebenfalls gelockerte Radmuttern fest. Das Fahrzeug war zwar noch nicht verunfallt, hätte aber bei einem Einsatz ein erhebliches Sicherheitsrisiko dargestellt. Die Entdeckung verstärkte den Verdacht, dass zwischen den Vorfällen ein Zusammenhang bestehen könnte.

Die Polizei schließt derzeit keine Ursache aus. Ob es sich um einen technischen Defekt, einen Fehler bei Wartungsarbeiten oder um gezielte Manipulation von außen handelt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Eine Polizeisprecherin betonte, dass in alle Richtungen ermittelt werde. Angesichts der zeitgleichen Auffälligkeiten an mehreren Fahrzeugen gewinnt jedoch der Sabotageverdacht zunehmend an Gewicht.

Auch beim Deutschen Roten Kreuz zeigt man sich tief besorgt. Bernd Gerberding, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes im Landkreis Schaumburg, hält einen bloßen Zufall für ausgeschlossen. Die Feststellung gelockerter Radmuttern an drei Fahrzeugen innerhalb kurzer Zeit spreche klar gegen ein technisches Einzelproblem. Er geht davon aus, dass die Manipulation bewusst vorgenommen wurde.

Gerberding bezeichnete die Vorfälle als eine Form von Gewalt gegen Einsatzkräfte. Wer Rettungsfahrzeuge manipuliere, nehme billigend in Kauf, dass Helfer und Patienten in Lebensgefahr geraten. Er appellierte eindringlich an mögliche Täter, von weiteren Aktionen abzusehen, und äußerte die Hoffnung, dass die Verantwortlichen schnell identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.

Das DRK hat nach eigenen Angaben alle Mitarbeitenden über die Vorfälle informiert und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Ereignisse werfen zugleich Fragen nach der Sicherheit von Einsatzfahrzeugen auf und sorgen weit über den Landkreis Schaumburg hinaus für Besorgnis. Die Ermittlungen dauern an.

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