14 neue Sirenen für Samtgemeinde Bersenbrück

Bersenbrück. Die Samtgemeinde Bersenbrück übernimmt eine Vorreiterrolle im Landkreis Osnabrück: Als erste Kommune erhält sie eine vollständig neue Sirenen-Infrastruktur für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Ziel ist es, die Menschen bei Hochwasser, Großbränden oder anderen außergewöhnlichen Gefahrenlagen schnell und zuverlässig zu warnen. Der Ausbau markiert den Auftakt eines landkreisweiten Projekts, das die Warnsysteme deutlich modernisieren soll.

Bereits im Dezember wurden in der Samtgemeinde die Mastanlagen für die neuen Sirenen an insgesamt 14 Standorten errichtet. In den kommenden Tagen sollen die Sirenenköpfe montiert werden, sodass das System dann technisch vollständig einsatzbereit ist. Grundlage für die Auswahl der Standorte war ein Schallgutachten, das sicherstellen soll, dass die Warnsignale möglichst flächendeckend zu hören sind. Die Anlagen verteilen sich über alle sieben Mitgliedsgemeinden und decken damit Wohngebiete, öffentliche Einrichtungen und stark frequentierte Bereiche ab.

Landkreis und Samtgemeinde betonen, dass die Sirenen ausschließlich dem Katastrophenschutz und der Gefahrenabwehr dienen. Eine Alarmierung der Feuerwehren über dieses System ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Vielmehr geht es darum, die Bevölkerung im Ernstfall unmittelbar zu erreichen – auch dann, wenn digitale Warnmittel an ihre Grenzen stoßen.

Gesteuert werden die Sirenen zentral über die Leitstelle Osnabrück. Sollte es zu einem Ausfall des Digitalfunks oder des POCSAG-Systems kommen, können die Anlagen im Notfall auch direkt vor Ort ausgelöst und per Handmikrofon angesprochen werden. Regelmäßige Probealarme sind nicht geplant; sie erfolgen ausschließlich im Rahmen des bundesweiten Warntags. Der nächste ist für den 10. September 2026 angesetzt.

Für die Bürger ist es entscheidend, die Bedeutung der Signale zu kennen. Ein einminütiger, auf- und abschwellender Heulton weist auf eine akute Gefahr hin. In diesem Fall sollen Betroffene umgehend weitere Informationen über Warn-Apps wie NINA oder KATWARN sowie über lokale Radiosender einholen. Die Entwarnung erfolgt durch einen einminütigen Dauerton.

Der Ausbau der Sirenen-Infrastruktur in der Samtgemeinde Bersenbrück ist mit erheblichen Kosten verbunden. Insgesamt beläuft sich das Projekt auf rund 350.000 Euro. Etwa 75 Prozent davon trägt der Landkreis Osnabrück, die restlichen 25 Prozent übernimmt die Samtgemeinde. Auch die laufenden Wartungs- und Betriebskosten werden in diesem Verhältnis aufgeteilt, während die Stromkosten vollständig bei der Kommune liegen.

Mit dem Projekt reagiert der Landkreis auf die wachsenden Anforderungen an den Bevölkerungsschutz. Extremwetterereignisse, technische Störungen und andere Krisenszenarien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie wichtig redundante Warnsysteme sind. Die neuen Sirenen sollen genau diese Lücke schließen – als hörbares Warnsignal für den Ernstfall, das auch dann funktioniert, wenn Smartphones stumm bleiben.

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