Dänemark kauft erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen

Kopenhagen. Dänemark zieht angesichts der anhaltenden Bedrohung durch Russland die Anschaffung von Langstrecken-Präzisionswaffen in Betracht – ein Schritt, den Regierungschefin Mette Frederiksen als „Paradigmenwechsel in der dänischen Verteidigungspolitik“ bezeichnet. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten so zu erweitern, dass Dänemark „Ziele in großer Entfernung treffen“ und Bedrohungen – etwa durch feindliche Raketen – neutralisieren könne.

Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen kündigte an, dass sowohl Raketen als auch Drohnen im Fokus stehen. Man orientiere sich an NATO-Partnern, die bereits über solche Systeme verfügen oder deren Beschaffung vorbereitet haben. Welche Systeme konkret angeschafft werden, wird derzeit geprüft.

Die Reaktionen aus Moskau folgten prompt. Russlands Botschafter in Kopenhagen, Wladimir Barbin, sprach von „schierem Wahnsinn“ und warf Dänemark vor, eine direkte Konfrontation mit einer Atommacht einzuplanen. Seine Botschaft: Russland werde die dänischen Pläne als ernsthafte Bedrohung einstufen.

Frederiksen wies diese Aussagen zurück und wertete sie als Drohung. „Russland versucht, Europa und die NATO einzuschüchtern, damit wir unsere Bevölkerung und unsere Grenzen nicht schützen“, sagte sie im dänischen Fernsehen. „Aber wir lassen uns nicht einschüchtern.“

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 investiert Dänemark massiv in seine Streitkräfte. Erst vergangene Woche kündigte die Regierung die Beschaffung von europäischen Luftabwehrsystemen im Wert von fast 7,8 Milliarden Euro an. Nun folgt mit den Langstreckenwaffen die nächste Stufe der Aufrüstung – und eine klare Botschaft an Moskau: Dänemark will nicht nur verteidigen, sondern im Ernstfall auch zurückschlagen können.

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