Blutige Szenen in Nordböhmen: In der tschechischen Kleinstadt Chřibská, unweit der sächsischen Grenze, sind am Montagvormittag tödliche Schüsse gefallen. Im Rathaus des Ortes kamen nach Angaben der Polizei zwei Menschen ums Leben, vier weitere wurden schwer verletzt. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Polizeibeamter. Der mutmaßliche Täter wurde von den Einsatzkräften unschädlich gemacht.
Unmittelbar nach den ersten Notrufen rückte die Polizei mit allen verfügbaren Kräften an. Das historische Rathaus wurde weiträumig abgesperrt, im gesamten Ort heulten die Sirenen. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungsdiensten war im Einsatz, unterstützt von einem Polizei- und einem Rettungshubschrauber. Augenzeugen berichteten von einer angespannten und chaotischen Lage in den ersten Minuten nach den Schüssen.
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden besteht inzwischen keine weitere Gefahr. Das Gebäude sei wieder gesichert, Anwohner und Beschäftigte könnten sich frei bewegen. Zu den Hintergründen der Tat herrscht jedoch weiterhin Unklarheit. Ein Motiv des Schützen ist bislang nicht bekannt, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Chřibská liegt im sogenannten Schluckenauer Zipfel, einer tschechischen Region, die weit nach Deutschland hineinragt. Die Stadt mit rund 1.300 Einwohnern befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Bad Schandau, am Rand des Nationalparks Böhmische Schweiz. Der Angriff trifft die kleine Grenzgemeinde völlig unerwartet und sorgt auch auf deutscher Seite für Bestürzung.
Die Tat reiht sich in eine Serie schwerer Gewalttaten ein, die zuletzt in Europa immer wieder öffentliche Einrichtungen trafen. Die Behörden kündigten an, die Sicherheitslage in der Region weiter genau zu beobachten.


