Wintereinbruch sorgt teilweise für Chaos

Ein massiver Wintereinbruch hat große Teile Deutschlands fest im Griff und sorgt bundesweit für Verkehrschaos, Unfälle und Einschränkungen im öffentlichen Leben. Schneeschauer, überfrierende Nässe und starke Winde machen Straßen trotz intensiver Räum- und Streueinsätze extrem glatt. Besonders Nord- und Ostdeutschland sind betroffen, doch auch im Westen und Süden spitzt sich die Lage zu. Meteorologen warnen: In den kommenden Tagen soll es noch deutlich kälter werden – Schnee und Eis dürften das Wetter weiter bestimmen.

Vor allem in Hamburg kam es zu erheblichen Einschränkungen. Der Winterdienst der Stadtreinigung war seit den frühen Morgenstunden mit Hunderten Einsatzkräften im Dauereinsatz. Dennoch blieb die Lage angespannt. Die Köhlbrandbrücke musste zeitweise in beide Richtungen gesperrt werden, nachdem ein Lkw quer stand und nicht mehr weiterkam. Auch am Hamburger Flughafen lief der Betrieb nur eingeschränkt: Start- und Landebahnen mussten geräumt, Flugzeuge enteist werden. Zahlreiche Flüge fielen aus oder verspäteten sich erheblich.

Die Auswirkungen reichten weit über Deutschland hinaus. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden hunderte Flüge gestrichen oder verschoben, darunter zahlreiche Verbindungen nach deutschen Städten wie Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Bremen.

In Schleswig-Holstein registrierte die Polizei allein in Südholstein mehr als 50 Glätteunfälle. Besonders betroffen waren die Kreise Pinneberg, Segeberg und Stormarn. Meist blieb es bei Blechschäden, vereinzelt wurden Menschen leicht verletzt. Zusätzlich rückte die Feuerwehr zu rund 30 Einsätzen aus, um umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste von Straßen zu räumen. Auch in Niedersachsen und Bremen kam es zu zahlreichen Unfällen.

In Mecklenburg-Vorpommern verschärften Glatteis und Sturm die Lage weiter. Zwischen Abtshagen und Steinhagen im Landkreis Vorpommern-Rügen wurde ein Lastwagenfahrer schwer verletzt, nachdem er von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Der Deutsche Wetterdienst warnte an der vorpommerschen Küste und auf Rügen vor Sturmböen der Stärke acht. Fährverbindungen, die am Neujahrstag eingestellt worden waren, konnten inzwischen zwar wieder aufgenommen werden, doch die Wetterlage bleibt angespannt.

Auch Nordrhein-Westfalen kämpft mit den Folgen des Winterwetters. Vor allem im Osten des Bundeslandes warnen Meteorologen vor weiterem Schneefall und gefährlichen Schneeverwehungen. In Kürten rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter und kam auf dem Dach an einem Restaurant zum Stillstand. Der Fahrer wurde schwer verletzt, zwei Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen. In Ostwestfalen-Lippe blockierten liegen gebliebene Fahrzeuge die A44 bei Warburg – mehr als 30 Autos und Lkw kamen zeitweise nicht mehr voran.

Besonders kritisch ist die Situation im Osten Deutschlands. In Sachsen hat das Sturmtief „Tizian“ mehrere Regionen fest im Griff. Im Vogtland sind einzelne Ortschaften wie Bernsgrün, Schönbrunn und Arnsgrün wegen starker Schneeverwehungen nur noch schwer erreichbar. Auch in den Landkreisen Zwickau und Mittelsachsen kam es zu erheblichen Verkehrsproblemen.

In Hessen führten Schnee und Glätte ebenfalls zu schweren Zwischenfällen. Auf der A66 bei Schlüchtern rutschte ein Lastwagen in den Graben und fing Feuer. Ersthelfer konnten den Fahrer retten, er wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Autobahn Richtung Frankfurt war zeitweise voll gesperrt. Zudem meldeten Verkehrsverbünde massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr: Im Rhein-Main-Gebiet kam es zu Verspätungen und Busausfällen, in Nordhessen fielen am Morgen auf fast allen Linien Busse komplett aus.

Auch Rheinland-Pfalz und Teile Bayerns blieben nicht verschont. In der Eifel, im Hunsrück und im Westerwald rutschten Lkw auf Autobahnen ins Schleudern, mehrere Strecken waren zeitweise blockiert. Auf der A3 legten Schnee und Eis den Verkehr nahezu lahm, zahlreiche Lastwagen blieben stecken. Das Technische Hilfswerk rückte mit schweren Fahrzeugen an, um die Lkw zu bergen. In Würzburg führte heftiger Schneefall sogar dazu, dass der Busverkehr zeitweise vollständig eingestellt wurde.

Die Behörden appellieren bundesweit an Autofahrer, unnötige Fahrten zu vermeiden und äußerste Vorsicht walten zu lassen. Angesichts der angekündigten weiteren Abkühlung dürfte das Winterchaos Deutschland noch mehrere Tage beschäftigen.

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