New York. Die US-Börsen haben am Donnerstag spürbar zugelegt und damit ein Zeichen der Entspannung gesendet. An der Wall Street schloss der Leitindex Dow Jones bei 49.384 Punkten und gewann im Tagesverlauf 0,6 Prozent hinzu. Auch an den übrigen Handelsplätzen überwog Zuversicht – getragen von politischen Signalen aus dem Weißen Haus.
Für Erleichterung sorgte erneut eine Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump in der umstrittenen Grönland-Frage. Trump erklärte auf seiner eigenen Plattform, man habe nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte einen Rahmen für ein künftiges Abkommen geschaffen. Konkrete Details nannte er nicht. Medienberichten zufolge könnte das Abkommen jedoch vorsehen, dass Dänemark die Souveränität über kleinere Gebiete Grönlands abtritt, um dort US-Militärstützpunkte zu ermöglichen.
Diese Spekulationen stießen in Kopenhagen und Nuuk auf deutlichen Widerstand. Der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen erklärte, ihm seien keine Einzelheiten bekannt. Fragen der Souveränität seien jedoch eine klare „rote Linie“. Auch Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen machte deutlich, dass territoriale Zugeständnisse nicht zur Debatte stünden. An den Finanzmärkten überwog dennoch die Hoffnung, dass sich der Konflikt zwischen den Nato-Partnern entschärfen könnte.
An den Devisenmärkten zeigte sich der Euro gestärkt. Die Gemeinschaftswährung legte gegenüber dem US-Dollar zu und notierte am Donnerstagabend bei 1,1750 Dollar. Umgekehrt kostete ein Dollar 0,8511 Euro. Anleger werteten dies als Zeichen zunehmender Unsicherheit über die weitere geld- und außenpolitische Linie der USA.
Deutlich nach oben ging es beim Goldpreis. Das Edelmetall profitierte von der Mischung aus politischer Vorsicht und Inflationssorgen. Für eine Feinunze wurden am Abend rund 4.920 US-Dollar gezahlt – ein Anstieg von 1,8 Prozent. Umgerechnet entsprach das einem Preis von 134,62 Euro je Gramm.
Unter Druck geriet dagegen der Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent fiel am späten Abend auf 64,05 US-Dollar und damit um rund 1,8 Prozent. Marktbeobachter führen den Rückgang unter anderem auf Konjunktursorgen und eine stabile Angebotslage zurück.
Insgesamt zeigte sich an den Märkten ein vorsichtig optimistisches Bild: Politische Entspannungssignale aus Washington sorgten für Kursgewinne an den Aktienbörsen, während Gold als sicherer Hafen gefragt blieb und Öl nachgab.


