Unbekannte Drohne auf polnischem Militärgelände

Warschau. Ein rätselhafter Vorfall sorgt in Polen für erhebliche Unruhe bei Militär und Sicherheitsbehörden: Über einer polnischen Kaserne ist eine nicht identifizierte Drohne abgestürzt, nur wenige Dutzend Meter von einem sensiblen Waffenlager entfernt. Die polnische Militärpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, wie ein Sprecher gegenüber dem Radiosender Radio ZET bestätigte.

Der Absturz ereignete sich bereits am vergangenen Donnerstag auf dem Gelände einer Militäreinheit in Przasnysz, rund 80 Kilometer nördlich von Warschau. Nach Angaben des Senders ging die Drohne etwa 70 Meter von einem Munitions- und Waffenlager entfernt nieder. Wer das Flugobjekt steuerte und welchem Zweck es diente, ist bislang unklar.

Sensibler Standort für die NATO

Besonders brisant: Die betroffene Einheit ist auf radioelektronische Aufklärung spezialisiert und überwacht den Funkverkehr an den nördlichen und östlichen Grenzen Polens. Dazu zählt auch die strategisch hochsensible Suwalki-Lücke – ein schmaler Korridor zwischen Polen und Litauen, der Belarus und die russische Exklave Kaliningrad voneinander trennt. Die Region gilt als einer der verwundbarsten Punkte der NATO-Ostflanke.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der angespannten Sicherheitslage in Osteuropa testet die polnische Armee derzeit neue Drohnenabwehrsysteme. Der aktuelle Vorfall könnte diesen Bemühungen zusätzliche Dringlichkeit verleihen.

Ballons aus Belarus: Schmuggel oder Provokation?

Parallel zu dem Drohnenabsturz meldeten die polnischen Streitkräfte erneut das Eindringen eines ballonartigen Flugobjekts aus Belarus in den polnischen Luftraum. Solche Vorfälle häufen sich seit Monaten. Nach Einschätzung des polnischen Grenzschutzes werden die Ballons häufig für den Schmuggel, etwa von Zigaretten, genutzt.

Gleichzeitig schließen Sicherheitsbehörden nicht aus, dass diese Flugobjekte auch dazu dienen könnten, Reaktionszeiten und Fähigkeiten der polnischen Luftverteidigung auszutesten. Offizielle Beweise dafür gibt es bislang jedoch nicht.

Ermittlungen laufen

Zu möglichen Zusammenhängen zwischen den Ballonflügen und der abgestürzten Drohne äußerten sich die Behörden bisher nicht. Klar ist jedoch: Der Vorfall über der Kaserne wird als ernsthafte sicherheitspolitische Bedrohung bewertet. Die Ermittlungen der Militärpolizei dauern an.

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