Neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei

Berlin. Deutschland rüstet sich gegen die wachsende Bedrohung aus der Luft: Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei offiziell in Dienst gestellt. Die Spezialeinheit, ausgestattet mit modernster Technologie und umfassend geschultem Personal, soll bundesweit gegen gefährliche oder illegale Drohnen vorgehen – ein Schritt, der angesichts zunehmender Zwischenfälle an Flughäfen, im Bahnverkehr und rund um Schutzobjekte der Bundesregierung längst überfällig war.

Die Einheit soll mit hoher Geschwindigkeit wachsen. Anfangs startet sie mit einem größeren zweistelligen Personalbestand, der rasch auf dreistellige Größen anwachsen soll. Die Beamten werden zu Spezialkräften ausgebildet, die Drohnenlagen analysieren, Risiken einschätzen und in kürzester Zeit reagieren können. Grundlage dafür bildet die Expertise der bereits bestehenden Einsatz- und Ermittlungsteams der Bundespolizei sowie des Entschärfungsdienstes.

Parallel baut der Bund gemeinsam mit Ländern und Flughafenbetreibern die Abwehrfähigkeiten an deutschen Flughäfen massiv aus. Ziel ist es, Störungen oder gar Angriffe durch unbemannte Fluggeräte frühzeitig zu erkennen und zu neutralisieren. Durch diese Modernisierung soll die kritische Infrastruktur – vom Luftverkehr über Bahnverbindungen bis zur maritimen Sicherheit – besser geschützt werden.

In der Praxis kann die Bundespolizei künftig auf ein breites Arsenal zurückgreifen. Dazu gehören Systeme zur Störung von Steuersignalen, präzise Detektionstechnologien, physische Abwehrmittel und Abfangdrohnen verschiedener Typen. Damit reagiert Deutschland auf ein Sicherheitsumfeld, in dem Drohnen zunehmend als hybride Bedrohung eingesetzt werden – von Spionage bis hin zu möglichen Anschlagsvorbereitungen.

Die Drohnenabwehreinheit ist nur eine von drei Säulen der neuen Sicherheitsarchitektur. In wenigen Tagen nimmt zudem ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum den Betrieb auf, das Bundespolizei, Länderpolizeien und Bundeswehr miteinander vernetzt. Dort sollen Vorfälle gemeinschaftlich bewertet, Informationen zentral gebündelt und Standards für die Abwehr weiterentwickelt werden.

Ergänzt wird diese Struktur durch ein neues Forschungszentrum für Drohnentechnologien. Es soll Innovationen beschleunigen, Start-ups fördern und modernste Entwicklungen rasch in den Behördenbetrieb überführen. Deutschland schafft damit eine geschlossene Kette aus Einsatz, Analyse und Forschung – und positioniert sich angesichts der rasant wachsenden Drohnenlandschaft deutlich entschlossener als in den vergangenen Jahren.

Innenminister Dobrindt sprach von einem „entscheidenden Schritt zur Sicherung kritischer Infrastruktur in einer neuen Risikolage“. Mit der neuen Einheit und dem engen Schulterschluss von Bund und Ländern sendet Deutschland ein klares Signal: Die Abwehr unbemannter Fluggeräte wird zum zentralen Bestandteil nationaler Sicherheit.

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