Netanjahu ordnet Luftangriffe auf Gaza an

Jerusalem. Die Lage im Nahen Osten spitzt sich erneut dramatisch zu: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, intensive Luftangriffe im Gazastreifen durchzuführen. Nach Angaben seines Büros erfolgte der Befehl unmittelbar nach einer Sicherheitsberatung. Augenzeugen berichten von Kampfflugzeugen, die Ziele in der Nähe des größten noch funktionierenden Krankenhauses in Gaza-Stadt bombardierten. Nach Angaben der Hamas kamen dabei in Gaza-Stadt und Chan Junis mehrere Menschen ums Leben.

Bereits zuvor war es im südlichen Gazastreifen trotz der geltenden Waffenruhe zu Gefechten gekommen. Der israelische Armeesender meldete, bewaffnete Hamas-Kämpfer hätten das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet. In der Folge habe die Armee mehrere Gebiete nahe Rafah mit Artillerie beschossen. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz machte die Hamas direkt verantwortlich und drohte mit harten Konsequenzen: Die Organisation werde einen „hohen Preis“ für den Angriff und die „Verletzung des Abkommens über die Rückgabe der Geiselleichen“ zahlen. Die Hamas habe eine „rote Linie überschritten“, so Katz – die israelische Reaktion werde „doppelt und dreifach“ ausfallen.

Unterdessen kündigte die Hamas an, am Abend eine weitere Geisel-Leiche an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zu übergeben. Bereits am Montag hatte sie sterbliche Überreste übergeben, die sich nach forensischen Untersuchungen allerdings als bereits früher identifizierte Leiche eines israelischen Opfers herausstellten – ein Vorfall, der in Israel Empörung auslöste und die jetzige Eskalation mit auslöste.

Nach dem Friedensplan von US-Präsident Donald Trump war die Hamas verpflichtet, 28 Leichen israelischer Geiseln zu übergeben. Bislang fehlen jedoch 13, was die israelische Regierung als klaren Bruch der Vereinbarung wertet. Medienberichten zufolge erwägt Israel nun eine Ausweitung der militärischen Kontrolle im Gazastreifen als Reaktion auf die Verzögerungen.

Trotz der neuen Spannungen zeigte sich US-Vizepräsident JD Vance zuversichtlich, dass die Waffenruhe Bestand haben könne. „Es wird immer wieder kleinere Scharmützel geben“, sagte er. „Aber der Friedensplan des Präsidenten wird halten.“

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