San Francisco/Adelaide. Schon eine Tasse Kaffee pro Tag kann das Herz schützen – das zeigt eine neue internationale Studie. Forscher der University of Adelaide und der University of California San Francisco (UCSF) haben herausgefunden, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Risiko für Vorhofflimmern deutlich senken kann – und damit auch die Gefahr von Herzinsuffizienz, Schlaganfall und vorzeitigem Tod.
In der klinischen Studie wurden 200 Patientinnen und Patienten aus Australien, den USA und Kanada untersucht, die bereits an Vorhofflimmern litten. Eine Hälfte trank täglich mindestens eine Tasse Kaffee oder Espresso, die andere verzichtete vollständig auf Kaffee und koffeinhaltige Produkte. Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurde beobachtet, wie häufig Herzrhythmusstörungen erneut auftraten.
Das Ergebnis: Bei den Kaffeetrinkern kam es um 39 Prozent seltener zu erneuten Episoden von Vorhofflimmern. „Entgegen der bisherigen Empfehlung zeigt unsere Studie, dass Kaffee nicht nur unbedenklich, sondern wahrscheinlich sogar schützend wirkt“, erklärt der Kardiologe Christopher X. Wong von der University of Adelaide.
Auch der UCSF-Herzexperte Gregory Marcus betont die möglichen Mechanismen hinter dem Effekt: „Kaffee steigert die körperliche Aktivität, senkt durch seine harntreibende Wirkung den Blutdruck und enthält entzündungshemmende Stoffe – all das kann das Risiko für Vorhofflimmern mindern.“
Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen weltweit. Es betrifft rund zehn Millionen Menschen in den USA, eine halbe Million Australier und bis zu neun Millionen Europäer. Die neuen Erkenntnisse könnten die bisherigen Empfehlungen für Betroffene grundlegend verändern.


