Drohnenalarm über Frankreichs Atom-U-Boot-Basis

Brest. Über einem der sensibelsten Militärstandorte Frankreichs ist es in der Nacht zu Freitag zu einem gefährlichen Sicherheitsvorfall gekommen. Mehrere unbekannte Drohnen sind über dem hochgesicherten Atom-U-Boot-Stützpunkt Île Longue nahe Brest entdeckt worden – jenem Areal, auf dem Frankreichs strategische U-Boot-Flotte und damit ein Kern der nuklearen Abschreckung stationiert ist.

Unmittelbar nach den Sichtungen lösten die Sicherheitskräfte Alarm aus. Marine-Infanteristen feuerten laut Gendarmerie gezielte Abwehrschüsse ab, um die Flugobjekte zu neutralisieren. Ob eine der Drohnen getroffen wurde, ist bislang ungeklärt. Der Stützpunkt blieb weiter in Betrieb, dennoch wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet.

Staatsanwaltschaft: Kein Hinweis auf ausländische Akteure – bislang

Am Freitagabend versuchte die Staatsanwaltschaft in Brest zu beruhigen: Man habe keine Hinweise auf ausländische Einmischung gefunden. Doch eine endgültige Entwarnung ist das nicht – vor allem, weil die Region bereits seit Jahren immer wieder Schauplatz mysteriöser Überflüge ist. Die Halbinsel Crozon, zu der Île Longue gehört, gilt aufgrund der nuklear bestückten U-Boote als eines der am strengsten bewachten Gebiete Europas. Rund 120 Gendarmen und Soldaten sichern das Gelände.

Europaweit wächst die Drohnengefahr

Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie unerklärter Drohnensichtungen über europäischer Infrastruktur. Allein in Deutschland registrierten Behörden seit Jahresbeginn mehr als 850 verdächtige Überflüge – über Kasernen, Rüstungsfabriken und kritischen Energieanlagen. Auch Belgien, Dänemark und Norwegen melden zunehmende Aktivitäten.

Erst diese Woche entdeckten Sicherheitskräfte Drohnen über Dublin, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Besuch war. In Polen mussten im September sogar Kampfjets aufsteigen, um mutmaßliche russische Drohnen abzufangen – ein deutliches Zeichen für die wachsende hybride Bedrohung im europäischen Luftraum.

Rätsel um die Île-Longue-Drohnen bleibt bestehen

Wer hinter den jüngsten Überflügen in Frankreich steckt, bleibt unklar. Ermittlungserfolge sind bislang selten; viele dieser Vorfälle lassen sich technisch kaum zurückverfolgen. Fest steht: Die Zahl der Zwischenfälle steigt – und das an Orten, die so sensibel sind, dass schon ein einzelnes Flugobjekt zur strategischen Herausforderung wird.

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