Drohnen-Alarm am Flughafen Hannover

Hannover. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein Drohnenvorfall den Betrieb am Flughafen Hannover empfindlich gestört. Am Freitagabend sorgte eine Drohnensichtung in unmittelbarer Flughafennähe für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Mehrere Maschinen konnten nur mit erheblicher Verspätung landen, andere mussten ganz abdrehen und auf Ausweichflughäfen ausweichen. Erst in der Nacht konnte Entwarnung gegeben werden.

Nach Angaben der Bundespolizei ging die erste Meldung am Freitag gegen 20.49 Uhr ein. In der Nähe des sogenannten Modellfluggeländes, unweit des Flughafens, sei eine Drohne in etwa 80 Metern Höhe gesichtet worden. Aus Sicherheitsgründen reagierte der Airport umgehend und stellte den Betrieb auf der Nordpiste ein. Der Flugverkehr geriet daraufhin ins Stocken, Landungen verzögerten sich teils erheblich.

Doch der Vorfall blieb nicht einmalig. Rund zwei Stunden später meldeten Zeugen erneut verdächtige Flugobjekte. Dieses Mal sollen sich sogar zwei Drohnen dem Flughafengelände genähert haben. Die Lage spitzte sich weiter zu: Der Flughafen entschied, zusätzlich auch den Betrieb auf der Südpiste einzustellen. Damit war der reguläre Flugbetrieb praktisch vollständig unterbrochen.

Erst kurz nach Mitternacht, gegen 0.16 Uhr, konnte laut Berichten der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ Entwarnung gegeben werden. Die Start- und Landebahnen wurden schrittweise wieder freigegeben. Woher die Drohnen kamen, wer sie gesteuert hat und aus welchem Grund sie sich dem Flughafen näherten, ist bislang unklar. Die Ermittlungen dauern an.

Besonders brisant: Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Bereits am 5. November war der Flughafen Hannover wegen einer Drohnensichtung für rund 45 Minuten komplett gesperrt worden. Auch damals kam es zu erheblichen Verspätungen und Umleitungen.

Drohnen in der Nähe von Flughäfen gelten als erhebliches Sicherheitsrisiko. Schon kleine Fluggeräte können bei einer Kollision mit Flugzeugen schwere Schäden verursachen. Entsprechend strikt sind die Sicherheitsvorschriften, die in solchen Fällen sofortige Betriebseinschränkungen vorsehen. Der erneute Vorfall wirft nun Fragen nach besseren Schutzmaßnahmen und einer konsequenteren Verfolgung von Drohnenflügen im sensiblen Luftraum auf.

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