Deutsche Firmen treiben Stellenabbau voran

München/Nürnberg/Berlin. Die Stimmung auf dem deutschen Arbeitsmarkt trübt sich erneut ein. Das ifo-Beschäftigungsbarometer ist im November von 93,5 auf 92,5 Punkte gefallen und signalisiert damit eine wachsende Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen. Verantwortlich machen die Ökonomen vor allem die seit Monaten stagnierende Wirtschaft, die mit Auftragsflaute und Unsicherheit zu kämpfen hat.

Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche in der Industrie. Dort setzt sich der Negativtrend ungebremst fort: In nahezu allen Branchen dominiert die Planung weiterer Stellenstreichungen. Die lange erhoffte Trendwende bleibt aus. Auch im Dienstleistungssektor sind die Hoffnungen auf eine Erholung wieder verflogen. Nach einem kurzen Ausreißer nach oben im Oktober agieren Firmen erneut zurückhaltend. Das Gastgewerbe, ohnehin geschwächt durch hohe Kosten und anhaltenden Konsumdruck, kündigt weitere Personalreduzierungen an.

Nur vereinzelt gibt es positive Signale. Rechtsberatungen und Steuerkanzleien rechnen mit steigender Nachfrage und planen deutliche Personalaufstockungen. Der Handel hingegen kalkuliert selbst im Weihnachtsgeschäft mit weniger Arbeitskräften – ein ungewöhnliches, aber bezeichnendes Zeichen für die wirtschaftliche Lage. Auf dem Bau dagegen zieht der Bedarf an Arbeitskräften moderat an und erreicht den höchsten Stand seit Mai 2022, ein seltenes Lichtsignal in einem insgesamt grauen November.

Etwas freundlicher fällt die Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus. Dessen Frühindikator legte leicht zu und steht nun bei 100,4 Punkten. Auch das europäische Arbeitsmarktbarometer kletterte erstmals seit über einem Jahr wieder über die neutrale Marke. Dennoch bleibt der Trend brüchig, und die leichte Verbesserung kann über die grundsätzlichen Probleme nicht hinwegtäuschen.

Auch das makroökonomische Umfeld zeigt nur eine zarte Stabilisierung. Das DIW-Kon-junkturbarometer verzeichnet zwar eine leichte Erholung auf 92,9 Punkte, bleibt aber weit vom Normalniveau entfernt. Der Oktober hatte den mühsamen Aufwärtstrend kurzzeitig unterbrochen. Insgesamt bewegen sich die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren damit weiterhin im Krisenmodus – und der Arbeitsmarkt reagiert entsprechend.

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