Wiesbaden. Die Zollpolitik der US-Regierung zeigt deutliche Spuren im transatlantischen Handel: Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten haben sich 2025 spürbar abgekühlt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, exportierte Deutschland von Januar bis November Waren im Wert von rund 135,8 Milliarden Euro in die USA. Das entspricht einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stiegen die Importe aus den Vereinigten Staaten um 2,2 Prozent auf 86,9 Milliarden Euro.
Damit entwickelte sich der Handel mit den USA schwächer als der deutsche Außenhandel insgesamt. Während die gesamten deutschen Exporte im selben Zeitraum leicht um 0,5 Prozent zulegten und die Importe um 4,2 Prozent stiegen, verlor ausgerechnet das wichtigste außereuropäische Partnerland an Bedeutung. Der deutsche Exportüberschuss im US-Geschäft schrumpfte in den ersten elf Monaten des Jahres auf 48,9 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit dem Pandemiejahr 2021 und ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Rekordniveau von 64,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
Besonders stark traf es zentrale deutsche Schlüsselindustrien. Wichtigstes Exportgut blieben zwar Kraftwagen und Kraftwagenteile, doch ihr Exportwert sank um 17,5 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro. Auch der Maschinenbau verzeichnete ein Minus von neun Prozent, ebenso gingen die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen zurück. Lediglich die Pharmaindustrie konnte sich dem Abwärtstrend entziehen: Ihre Exporte in die USA stiegen leicht um 0,7 Prozent auf 26,2 Milliarden Euro.
Auf der Importseite dominierten ebenfalls pharmazeutische Erzeugnisse, deren Einfuhren aus den USA um 8,1 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zunahmen. Deutlich stärker legten zudem die Importe sonstiger Fahrzeuge zu, darunter vor allem Luft- und Raumfahrzeuge. Rückläufig waren hingegen die Einfuhren von Erdöl und Erdgas sowie von chemischen Erzeugnissen und Maschinen.
Infolge der schwächeren deutschen Exporte verloren die USA ihre Position als wichtigster Handelspartner Deutschlands wieder an China. Der gesamte Außenhandelsumsatz mit den Vereinigten Staaten belief sich von Januar bis November 2025 auf 222,8 Milliarden Euro und lag damit unter dem Wert des China-Handels, der vor allem durch hohe deutsche Importe getragen wurde.
Ein anderes Bild zeigt sich auf EU-Ebene. Der Handel zwischen der Europäischen Union und den USA wuchs 2025 überdurchschnittlich. Die EU exportierte Waren im Wert von rund 515,9 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, ein Plus von 4,7 Prozent. Dieses Wachstum ist jedoch fast ausschließlich auf Irland zurückzuführen, dessen Exporte – vor allem von pharmazeutischen Produkten – um mehr als 60 Prozent zulegten. Die Mehrzahl der EU-Staaten verzeichnete dagegen rückläufige Ausfuhren.
Auch die EU-Importe aus den USA stiegen um 4,9 Prozent. Insgesamt konnte die EU ihren Exportüberschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten weiter ausbauen. Treiber auf beiden Seiten waren erneut pharmazeutische Erzeugnisse, die sowohl im Export als auch im Import die mit Abstand wichtigste Warengruppe darstellten.
Die Zahlen verdeutlichen: Während sich die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands deutlich abkühlen, bleibt der Handel zwischen der EU und den USA insgesamt robust – getragen von wenigen Staaten und einer Branche, die sich zunehmend als Schlüsselsektor im globalen Handel erweist.


