Coesfeld. Ein massiver Erdbruch erschüttert das Münsterland: In Coesfeld ist ein rund 80 Meter langes Stück einer Kreisstraße plötzlich in eine angrenzende Quarzgrube abgestürzt. Nur durch aufmerksame Zeugen konnte offenbar eine mögliche Katastrophe verhindert werden.
Nach Angaben des Kreises ereignete sich der Vorfall im Bereich eines Quarzwerkes, wo eine Böschung abrutschte und die Fahrbahn infolge der Erdbewegungen großflächig nachgab. Das betroffene Teilstück der Kreisstraße 48 brach schließlich vollständig weg und rutschte in die Grube.
Besonders brisant: Verkehrsteilnehmer hatten bereits zuvor bemerkt, dass sich die Straße absenkte, und umgehend den Notruf gewählt. Polizei und Feuerwehr sperrten den Abschnitt noch rechtzeitig – kurz bevor die Fahrbahn am Freitagabend endgültig einbrach. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.
Die Unglücksstelle wurde unmittelbar gesichert, unter anderem mit zusätzlichen Zäunen entlang der Abbruchkante. Experten prüfen derzeit gemeinsam mit der zuständigen Bergbaubehörde, wie stabil der Bereich noch ist und welche weiteren Sicherungsmaßnahmen notwendig sind. Die genaue Ursache des Böschungsbruchs bleibt bislang unklar, allerdings könnten vorausgegangene Arbeiten an der Böschung eine Rolle gespielt haben.
Für die Region hat der Vorfall erhebliche Folgen: Die beschädigte Kreisstraße wird auf absehbare Zeit nicht nutzbar sein. Autofahrer müssen weiträumige Umleitungen in Kauf nehmen, entsprechende Strecken sollen zeitnah ausgeschildert werden. Auch der Schulbusverkehr wird umorganisiert, während Behörden und Betreiber nun klären, wie groß das Ausmaß der Schäden tatsächlich ist und wann eine Wiederherstellung überhaupt möglich sein könnte.
Der spektakuläre Straßeneinbruch zeigt, wie schnell Infrastruktur in unmittelbarer Nähe von Tagebauen oder Gruben destabilisiert werden kann. Dass zum Zeitpunkt des Einsturzes kein Fahrzeug auf dem betroffenen Abschnitt unterwegs war, werten Einsatzkräfte als großes Glück.


