Was passiert, wenn in einer Stadt über längere Zeit der Strom ausfällt? In Maintal will man auf ein solches Szenario besser vorbereitet sein. Die Stadt hat drei neue Notstromaggregate angeschafft und damit ihre Krisenvorsorge deutlich ausgebaut. Die Investition beläuft sich auf rund 340.000 Euro. Die neuen Aggregate sollen vor allem sicherstellen, dass die Stadtverwaltung auch bei einem länger andauernden Stromausfall arbeitsfähig bleibt. Gleichzeitig können die Geräte für sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Anlaufstellen für die Bevölkerung, an denen Menschen im Krisenfall Informationen und Unterstützung erhalten können. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn Telefon- und Mobilfunknetze nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktionieren.
Zwei Aggregate sind mobil einsetzbar
Die drei Anlagen wurden von der in Maintal ansässigen Kunzler Notstromtechnik GmbH geplant, gefertigt und installiert. Zwei der Aggregate sind mobil und können damit flexibel an unterschiedlichen Standorten eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass an den jeweiligen Gebäuden eine entsprechende Einspeisemöglichkeit vorbereitet wurde. Die Stadt schafft damit nicht nur zusätzliche technische Kapazitäten, sondern baut zugleich ihre Infrastruktur für mögliche Krisensituationen aus.
Stromausfall ist längst kein theoretisches Szenario mehr
Die Stadt Maintal verweist darauf, dass sich Kommunen zunehmend auf unterschiedliche Krisenlagen einstellen müssen. Dazu zählen neben länger andauernden Stromausfällen auch Extremwetterereignisse und Cyberangriffe. Die neuen Notstromaggregate sind deshalb Teil eines größeren Konzepts. Notfall- und Einsatzpläne werden fortlaufend weiterentwickelt, technische Ausstattung ergänzt und die vorhandene Infrastruktur ausgebaut.
Verwaltungsstab trainiert den Ernstfall
Zur Krisenvorsorge gehört in Maintal nicht nur die Anschaffung von Technik. Auch organisatorisch soll die Stadt besser vorbereitet sein. Der Verwaltungsstab absolviert regelmäßig Übungen, teilweise auch unangekündigt. Dabei werden unterschiedliche Krisenszenarien durchgespielt. Ziel ist es, Entscheidungswege zu überprüfen, Abläufe zu trainieren und Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Bürgermeisterin Monika Böttcher bezeichnet Cyberangriffe, Stromausfälle und Extremwetter inzwischen als realistische Gefahren für Kommunen. Die Vorbereitung diene sowohl dem Schutz der Bevölkerung als auch dem Erhalt kritischer Infrastruktur.
Katastrophenschutz endet nicht bei der Stadtverwaltung
Gleichzeitig macht Maintal deutlich, dass staatliche und kommunale Vorsorge allein nicht ausreicht. Bevölkerungsschutz sei eine gemeinsame Aufgabe. Auch Privathaushalte sollten sich auf die ersten Tage einer Krisensituation vorbereiten. Empfohlen werden unter anderem ausreichende Vorräte an Trinkwasser und Lebensmitteln, Taschenlampen und Batterien sowie griffbereite wichtige Dokumente. Wer sich selbst für einen gewissen Zeitraum versorgen kann, entlastet im Ernstfall gleichzeitig die Einsatzkräfte.
340.000 Euro für mehr Resilienz
Mit der Investition von rund 340.000 Euro setzt Maintal ein deutliches Signal bei der kommunalen Krisenvorsorge. Die drei Aggregate sollen dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern Teil einer langfristigen Strategie sein. Denn ein flächendeckender oder länger andauernder Stromausfall würde weit mehr als nur die Beleuchtung und Stromversorgung privater Haushalte betreffen. Kommunikation, Verwaltung und die Organisation von Hilfeleistungen könnten schnell beeinträchtigt werden. Genau hier sollen die neuen Notstromlösungen ansetzen. Die Stadt versteht Krisenvorsorge daher ausdrücklich als Daueraufgabe.


