Der Wiener Polizei ist ein spektakulärer Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität gelungen. In einer groß angelegten Razzia im Bezirk Liesing stellten Ermittler mehr als eine Tonne Cannabis sicher – ein Rekordfund in Österreich. Neben den Betäubungsmitteln beschlagnahmten die Beamten Bargeld in Millionenhöhe, Gold, Luxusgüter sowie Waffen. Insgesamt wurden 13 Personen festgenommen.
Tarnung als CBD-Betrieb: Professionelle Cannabis-Plantage entdeckt
Die Ermittlungen führten die Einsatzkräfte zu einer rund 3.200 Quadratmeter großen Halle, die nach außen als legale Produktionsstätte für CBD-Produkte auftrat. Tatsächlich befand sich darin jedoch eine hochprofessionell betriebene Cannabis-Plantage. Nach Angaben der Ermittler wurden dort insgesamt 9.720 Cannabispflanzen kultiviert. Zusätzlich fanden die Beamten rund 300 Kilogramm frisch geerntetes Cannabiskraut sowie etwa 500 Kilogramm bereits verpackte und verkaufsfertige Ware. Insgesamt summierte sich die sichergestellte Menge auf 1.044 Kilogramm Cannabis mit einem THC-Gehalt zwischen 15 und 20 Prozent. Der Straßenverkaufswert wird auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt.
Großangelegte Polizeiaktion führt zu 13 Festnahmen
Im Rahmen der koordinierten Polizeiaktion wurden 13 Verdächtige festgenommen. Bei den meisten handelt es sich um sogenannte „Gärtner“ aus Serbien und Bosnien, die sich laut Behörden ohne gültigen Aufenthaltsstatus in Österreich aufhielten und für die Pflege der Plantage eingesetzt worden sein sollen.
Als mutmaßliche Drahtzieher gelten drei österreichische Staatsbürger im Alter von 42, 46 und 55 Jahren. Ihnen werfen die Ermittler vor, die gesamte Organisation hinter der illegalen Cannabisproduktion aufgebaut zu haben – von der Rekrutierung des Personals über die Lagerung und Produktion bis hin zum Vertrieb der Drogen. Einer der Hauptverdächtigen konnte in Kroatien gefasst und später nach Österreich ausgeliefert werden.
Operation „Psycho“: Spitzname führte zum Codenamen
Die monatelangen Ermittlungen liefen unter dem Namen „Operation Psycho“. Der Codename geht auf den Spitznamen eines der Hauptverdächtigen zurück, der innerhalb des Täterkreises aufgrund seines besonders kontrollierenden Auftretens als „Psychonaut“ bekannt gewesen sein soll.
Millionenvermögen und Luxusgegenstände beschlagnahmt
Neben der Rekordmenge an Cannabis entdeckten die Ermittler erhebliche Vermögenswerte. Sichergestellt wurden unter anderem rund 1,4 Millionen Euro Bargeld, das teilweise in Plastiksäcken gelagert war. Außerdem fanden die Beamten Goldbarren, eine hochwertige Rolex-Armbanduhr, gefälschte Ausweisdokumente sowie eine Pistole der Marke Glock. Die Funde verdeutlichen nach Einschätzung der Ermittler die erheblichen Gewinne, die mit dem organisierten Drogenhandel erzielt werden.
Ermittlungen begannen bereits 2024
Der Erfolg der Polizei ist das Ergebnis monatelanger Ermittlungen. Bereits im Jahr 2024 gerieten die späteren Hauptverdächtigen ins Visier der Behörden. Auslöser war ein gescheiterter Versuch, eine frühere Plantage mit Strom zu versorgen. Die Täter hatten offenbar einen Tunnel gegraben, um einen Stromverteiler illegal anzuzapfen. Der Tunnel stürzte jedoch ein und verursachte Schäden an einem Gehsteig. Seit diesem Vorfall standen die Verdächtigen unter intensiver Beobachtung.
Die Ermittler bewerten den aktuellen Zugriff als außergewöhnlichen Erfolg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Nach Einschätzung der Polizei zeigt der Fall deutlich, dass hinter dem Cannabishandel professionelle kriminelle Strukturen mit erheblichen finanziellen Mitteln stehen.
Rekordfund setzt neue Maßstäbe
Mit der Sicherstellung von mehr als einer Tonne Cannabis handelt es sich um den bislang größten einzelnen Cannabis-Fund in Österreich. Zwar waren bereits in der Vergangenheit ähnliche Mengen entdeckt worden, diese verteilten sich jedoch auf mehrere Plantagen. Der aktuelle Zugriff stellt damit einen neuen Rekord im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel dar und gilt als einer der bedeutendsten Ermittlungserfolge der vergangenen Jahre.


