Deutsche Exporte überraschend gestiegen

Nach zwei schwierigen Jahren meldet sich die deutsche Exportwirtschaft überraschend zurück. Ein außergewöhnlich starker Jahresschluss hat dafür gesorgt, dass die Ausfuhren 2025 insgesamt wieder zulegen konnten – entgegen den Erwartungen vieler Ökonomen. Im Gesamtjahr stiegen die Exporte um 1,0 Prozent auf 1,567 Billionen Euro. Damit endet eine Phase, in der Deutschlands Außenhandel zwei Jahre in Folge rückläufig gewesen war.

Ausschlaggebend für die positive Jahresbilanz war vor allem der Dezember. In den letzten Wochen des Jahres zogen die deutschen Ausfuhren deutlich an: Gegenüber dem Vormonat legten sie um 4,0 Prozent auf 133,4 Milliarden Euro zu. Es handelt sich um den stärksten monatlichen Anstieg seit Oktober 2021. Experten hatten lediglich mit einem moderaten Plus von rund einem Prozent gerechnet – der kräftige Zuwachs kam daher unerwartet und sorgte für neue Hoffnung in der Exportbranche.

Im Detail zeigt sich ein gemischtes Bild der Absatzmärkte. Im Dezember stiegen die Ausfuhren in andere EU-Staaten um 3,1 Prozent, die Lieferungen in Länder außerhalb der Europäischen Union sogar um 5,0 Prozent. Besonders deutlich fiel der Zuwachs in Richtung USA aus: Die Exporte dorthin legten im Monatsvergleich um 8,9 Prozent zu. Noch stärker wuchsen die Ausfuhren nach China mit einem Plus von 10,7 Prozent.

Auf Jahressicht relativiert sich dieses Bild jedoch. Über das gesamte Jahr 2025 hinweg gingen die Exporte sowohl in die USA als auch nach China jeweils um 9,3 Prozent zurück. Das leichte Gesamtplus der deutschen Ausfuhren wurde daher vor allem von einer stabileren Nachfrage aus anderen EU-Ländern getragen, während die wichtigen außereuropäischen Märkte schwächelten.

Parallel zu den steigenden Exporten nahmen auch die Importe zu. Im Dezember erhöhten sie sich um 1,4 Prozent auf 116,2 Milliarden Euro. Der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelsüberschuss belief sich damit auf 17,1 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor hatte er noch bei 19,8 Milliarden Euro gelegen. Auch im Gesamtjahr schrumpfte der Überschuss spürbar: 2025 lag er bei 200,4 Milliarden Euro, nach 242,9 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Trotz der positiven Exportbilanz bleibt die Stimmung in der Branche vorsichtig. Zwar hat sich der Optimismus zuletzt etwas verbessert. Das ifo-Barometer für die Exporterwartungen stieg im Januar auf minus 1,2 Punkte, nach minus 3,0 Punkten im Dezember. Dennoch überwiegt weiterhin Zurückhaltung. „Auch wenn die Unternehmen weniger skeptisch sind, bleibt die Unsicherheit hoch“, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Klare Signale für einen nachhaltigen Aufschwung im ersten Quartal 2026 seien bislang nicht erkennbar.

Der überraschende Exportanstieg zum Jahresende verschafft der deutschen Wirtschaft damit zwar eine Verschnaufpause – ob daraus eine dauerhafte Trendwende wird, ist jedoch weiterhin offen.

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