Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat eine weitreichende Sicherheitswarnung für Fluggesellschaften herausgegeben, die über Teile Mittel- und Südamerikas fliegen. In mehreren „Notices to Airmen“ (NOTAMs), die am 16. Januar 2026 in Kraft traten, rät die FAA Airlines zu besonderer Vorsicht bei Flügen über Mexiko, Zentralamerika, Panama, Kolumbien, Ecuador und dem östlichen Pazifikraum. Die Warnung ist zunächst 60 Tage gültig und richtet sich vor allem an zivile Betreiber aus den USA.
Militärische Aktivitäten und GPS-Störungen als Grund
Als Gründe für die ungewöhnliche Warnung nennt die FAA mögliche militärische Aktivitäten in der Region sowie Risiken durch Störungen des satellitengestützten Navigationssystems GPS. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Gefährdungen für Flugzeuge „in jeder Flughöhe“ bestehen könnten – sowohl im Reiseflug als auch in der Start- und Landephase. Konkrete Vorfälle nannte die Behörde nicht, doch die Hinweise folgten auf eine Phase wachsender geopolitischer Spannungen in der Region.
Die FAA-Warnungen umfassen sowohl den Luftraum über Land als auch den angrenzenden Bereich des östlichen Pazifischen Ozeans. Airlines sollen sich dieser Entwicklung bewusst sein, Flugrouten und Notfallkonzepte entsprechend prüfen und kontinuierlich Informationsquellen wie Luftfahrtpublikationen und relevante Sicherheitsplattformen aktualisieren.
Kontext: Geopolitische Spannungen und US-Militäroperationen
Die Sicherheitswarnung kommt vor dem Hintergrund verschärfter Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und mehreren Regierungen in der Region. Ausgangspunkt ist ein US-Militäreinsatz in Venezuela, der Anfang Januar zur Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro führte; er wird derzeit in New York wegen Drogen- und Terrorvorwürfen angeklagt. Zudem hat der US-Präsident mögliche weitere Militäraktionen in Lateinamerika, darunter auch gegen Drogenkartelle in Mexiko und möglicherweise Kolumbien, nicht ausgeschlossen.
Die FAA hebt hervor, dass solche Entwicklungen die Sicherheitslage am Himmel verschärfen könnten – unter anderem durch unerwartete militärische Bewegungen oder Interferenzen mit Navigations- und Kommunikationssystemen. Parallel zu der aktuellen Warnung hatte die FAA bereits im vergangenen Jahr ähnliche Hinweise über Flüge über Venezuela herausgegeben.
Reaktionen in der Region
Mexiko und weitere betroffene Staaten haben erklärt, dass die FAA-Warnung lediglich eine Vorsichtsmaßnahme sei und keine direkten Beschränkungen für den dortigen zivilen Luftverkehr bedeute. Die Warnungen gelten ausdrücklich für Fluggesellschaften mit US-Registrierung oder solche, die US-Luftraum-Regeln unterliegen.
Auswirkungen für Airlines und Reisende
Für Fluggesellschaften bedeutet die FAA-Warnung verstärkte operative Anforderungen. Airlines müssen ihre Routenplanung und Sicherheitsprotokolle anpassen, zusätzliche Risikobewertungen durchführen und im Zweifel alternative Flugstrecken wählen, um potenzielle Gefährdungen zu minimieren. Für Reisende könnten sich dadurch indirekt Änderungen bei Flugzeiten und Verbindungen ergeben, wenn Airlines Lufträume meiden oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einplanen.


