Briefkasten-Wurfzettel mit „Höllenfeuer“-Warnung

Kassel. Verstörende Flugblätter in Briefkästen sorgen in Kassel für Unruhe. In den vergangenen Tagen haben sich mehrere Anwohner bei der Polizei gemeldet, nachdem sie Schreiben mit religiösen Warnungen in ihren Postfächern entdeckt hatten. Die Zettel enthalten unter anderem ein Zitat aus dem Koran sowie drastische Aussagen über angebliche Konsequenzen für Menschen, die den Islam nicht annehmen.

Nach Angaben der Polizei stammen die Schreiben von einem bislang unbekannten Verfasser, der sich selbst als „Warner“ bezeichnet. In dem Text wird der Koranvers 23/116 zitiert. Darüber hinaus heißt es wörtlich, jeder Mensch, der den Islam bis zu seinem Tod ablehne, werde „ewig von Allah im Höllenfeuer bestraft“. Die Aussagen werden von Betroffenen als bedrohlich und einschüchternd empfunden.

Besonders betroffen sind Wohngebiete in Kassel-Bad Wilhelmshöhe und im Vorderen Westen. Dort sollen die Flugblätter gezielt in Briefkästen eingeworfen worden sein. Die Polizei bestätigt, dass mehrere Anzeigen eingegangen sind. Viele Empfänger hätten sich wegen des Inhalts verunsichert gezeigt.

Wie Polizeisprecherin Ulrike Schaake mitteilte, wurden die Schreiben inzwischen an das Staatsschutzkommissariat übergeben. Dort werde nun geprüft, ob es sich um strafbare Inhalte handelt, etwa um religiös motivierte Einschüchterung, Volksverhetzung oder andere Delikte mit extremistischem Hintergrund.

Noch ist unklar, wer hinter der Aktion steckt und welches Motiv verfolgt wird. Die Polizei ermittelt und bittet weitere Betroffene, sich zu melden und entsprechende Schreiben aufzubewahren. Ziel sei es, den Urheber zu identifizieren und rechtlich zu prüfen, ob die Verbreitung solcher Drohbotschaften Konsequenzen nach sich zieht.

Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Sensibilität der Sicherheitsbehörden gegenüber religiös oder ideologisch motivierten Aktionen im öffentlichen Raum. Ergebnisse der Prüfung durch den Staatsschutz stehen bislang aus.

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