Starkes Erdbeben (M 6.8) in Kanada

Ein kräftiges Erdbeben der Magnitude 6,8 hat am Samstagabend eine abgelegene Bergregion im Süden des kanadischen Yukon Territory erschüttert und weite Teile des Nordwestens beiderseits der Grenze zu Alaska in Alarm versetzt. Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben von Natural Resources Canada rund 243 Kilometer west-südwestlich von Whitehorse und etwa 573 Kilometer östlich von Anchorage. Der Erdstoß ereignete sich am 6. Dezember 2025 um 20:41 UTC in nur zehn Kilometern Tiefe – eine Konstellation, die in der Regel besonders intensive Bodenbewegungen erzeugt.

Sowohl in Whitehorse als auch in Anchorage war das Beben klar spürbar. In den sozialen Medien berichteten zahlreiche Menschen von zittrigen Häusern, schwankenden Möbeln und herabfallenden Objekten. Zwei Notrufe gingen in Whitehorse ein, doch nach derzeitigem Stand blieb die Region von Verletzten oder größeren Sachschäden verschont. Auch eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgelöst, da der Erdstoß zwar in Küstennähe, jedoch nicht im offenen Meer stattfand. In mehreren kleineren Gemeinden am Rand des St.-Elias-Gebirges war die Erschütterung ebenfalls deutlich zu spüren; strukturelle Schäden wurden jedoch weder in Kanada noch in Alaska festgestellt.

Seismologen führen das Ereignis auf einen der komplexesten tektonischen Brennpunkte Nordamerikas zurück. Das Beben ereignete sich in der Übergangszone zwischen der Fairweather- und der Totschunda-Verwerfung, zwei bedeutenden Störungen, die große Teile der seitlichen Bewegungen zwischen der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte aufnehmen. Zusätzlich drückt das Yakutat-Terran – ein massiver Krustenblock – seit Millionen Jahren mit enormer Wucht gegen die Alaskakette und den Yukon. Die dabei entstehenden Spannungen sorgen regelmäßig für kräftige Erdbeben und machen die Region zu einem seismischen Hochrisikogebiet.

Historische Ereignisse zeigen, welche Kräfte in diesem System freigesetzt werden können. Das Denali-Erdbeben von 2002 mit einer Magnitude von 7,9 verursachte massive Infrastruktur- und Bodenschäden; das Fairweather-Beben von 1958 löste den berüchtigten Megatsunami in der Lituya Bay aus. Die dünne Besiedlung der Region gilt nicht zuletzt als Reaktion auf diese wiederkehrende seismische Aktivität.

Die aktuelle Erschütterung reiht sich damit in eine lange Folge tektonischer Ereignisse ein, die die geologische Dynamik des St.-Elias-Gebirges eindrucksvoll bestätigen. Behörden rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Nachbeben, betonen jedoch, dass für die Bevölkerung derzeit keine akute Gefahr besteht.

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