Mindanao. In der Nacht zum Freitag hat ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,4 die südphilippinische Insel Mindanao erschüttert. Das Beben ereignete sich laut dem Portal Erdbebennews am 10. Oktober 2025 um 3:43 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von rund 58 Kilometern. Die berechnete Maximalintensität betrug 7,6 – ein Wert, der auf teils erhebliche Erschütterungen hindeutet. Nach Modellrechnungen könnten bis zu 20,7 Millionen Menschen das Beben gespürt haben.
Schäden an Gebäuden und Infrastruktur
In zahlreichen Städten kam es zu Beschädigungen an Gebäuden und Verkehrswegen. Besonders betroffen sind die Flughäfen Dipolog und Francisco Bangoy (Davao International Airport), wo Risse in Wänden und Decken festgestellt wurden. Auch mehrere Brücken mussten wegen struktureller Schäden gesperrt werden.
Im Landesinneren von Mindanao führten Erdrutsche zu blockierten Straßen und verzögerten Hilfseinsätze. Teile der Stromversorgung fielen aus, wodurch ganze Ortschaften zeitweise ohne Elektrizität blieben.
Seismologen weisen darauf hin, dass bei Beben dieser Stärke nicht nur die Erschütterungsintensität, sondern auch die Dauer des Bebens entscheidend ist. Starke Bewegungen können bis zu einer Minute anhalten und dabei Resonanzeffekte auslösen – besonders gefährlich für Brücken und Hochbauten.
Todesopfer und Verletzte
Aus der Provinz Davao Oriental wurde bislang ein Todesopfer bestätigt. Die genauen Umstände sind noch unklar. Zudem mussten zahlreiche Menschen medizinisch behandelt werden, vor allem wegen Panikattacken oder leichten Verletzungen durch herabfallende Trümmer.
Tsunami-Alarm aufgehoben
Kurz nach dem Beben hatte das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) zunächst eine Tsunami-Warnung für Teile der Philippinen, Indonesiens und Palau ausgegeben. Diese wurde jedoch wenige Stunden später aufgehoben. Messstationen auf der indonesischen Insel Beo registrierten eine Wellenhöhe von 19 Zentimetern. Zwar blieb ein größerer Tsunami aus, doch lokale Behörden warnten weiterhin vor möglichen Nachbeben und kleineren Küstenwellen.
Schwere Schäden in Davao Oriental
Besonders stark betroffen ist die Region Davao Oriental im Südosten Mindanaos. Aus mehreren Städten werden massive Gebäudeschäden gemeldet. Unter anderem stürzte die Fassade der Philippine Normal University (PNU) Mindanao ein. Zahlreiche weitere öffentliche und private Gebäude weisen Risse oder strukturelle Schäden auf.
Hilfskräfte sind im Einsatz, um blockierte Straßen zu räumen und die Stromversorgung wiederherzustellen. Die Regierung prüft derzeit, ob ein regionaler Katastrophenzustand ausgerufen wird.
Nachbeben möglich
Experten warnen, dass in den kommenden Tagen mit Nachbeben gerechnet werden muss. Solche Beben können die bereits geschwächten Strukturen weiter gefährden. Die Behörden rufen die Bevölkerung auf, beschädigte Gebäude zu meiden und den Anweisungen der Katastrophenschutzbehörden zu folgen.
Das Erdbeben von Mindanao erinnert eindrücklich daran, wie verletzlich der Inselstaat im sogenannten Pazifischen Feuerring bleibt – einer der aktivsten seismischen Zonen der Erde, wo die tektonischen Platten regelmäßig Spannungen freisetzen, die Millionen Menschen betreffen.


