Schweres Erdbeben im Süden von Mexiko

Ein starkes Erdbeben hat den Süden Mexikos in Angst versetzt und den Alltag in weiten Teilen des Landes abrupt zum Stillstand gebracht. Das Beben der Stärke 6,5 ereignete sich nach Angaben der mexikanischen Erdbebenwarte rund 15 Kilometer südwestlich der Stadt San Marcos im Bundesstaat Guerrero. Der Erdbebenherd lag in etwa zehn Kilometern Tiefe. Innerhalb kurzer Zeit folgten rund 150 schwächere Nachbeben.

Die Erschütterungen waren in mehreren südlichen Bundesstaaten sowie in der rund 400 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt deutlich zu spüren. In vielen Städten lösten die Frühwarnsysteme Alarm aus, Menschen flüchteten panisch ins Freie, Büros, Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen wurden evakuiert. Auch die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum war betroffen: Sie musste ihre morgendliche Pressekonferenz unterbrechen, als der Erdbebenalarm ertönte.

Trotz der teils heftigen Erdstöße meldeten die Behörden zunächst keine großflächigen Zerstörungen. In der Hafenstadt Acapulco, nahe dem Epizentrum, kam es zu Stromausfällen, beschädigten Fassaden und austretendem Gas aus Leitungen. Einsatzkräfte überprüften Gebäude und Infrastruktur, um mögliche Folgeschäden auszuschließen.

Dennoch forderte das Beben Menschenleben. In Mexiko-Stadt kam ein 67-jähriger Mann ums Leben, als er während der Evakuierung eines Gebäudes stürzte. Medienberichten zufolge verlor zudem eine Frau ihr Leben, nachdem ihr Haus einstürzte. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Aus dem besonders betroffenen Bundesstaat Guerrero wurden hingegen zunächst keine Todesopfer gemeldet.

Die Angst vieler Bewohner war dennoch groß. „Der ganze Wohnblock hat geschwankt, ich hatte schreckliche Angst“, berichtete eine Anwohnerin aus Mexiko-Stadt, die im zehnten Stock eines Hochhauses lebt. Die Hauptstadt gilt aufgrund ihres Untergrunds als besonders gefährdet: Sie wurde auf dem weichen, wasserhaltigen Boden eines ehemaligen Sees errichtet, der Erschütterungen verstärkt.

Mexiko liegt an der Westküste des sogenannten Pazifischen Feuerrings, einer rund 40.000 Kilometer langen Zone, in der mehrere tektonische Erdplatten aufeinandertreffen. In dieser Region ereignen sich etwa 90 Prozent aller Erdbeben weltweit. Das Land ist daher regelmäßig von Erdstößen betroffen – mit teils verheerenden Folgen. Besonders traumatisch ist bis heute das schwere Beben von 1985, bei dem fast 13.000 Menschen in Mexiko-Stadt ums Leben kamen.

Als Konsequenz hat Mexiko in den vergangenen Jahren stark in Frühwarnsysteme investiert. Sirenen, Lautsprecher und Smartphone-Apps sollen der Bevölkerung wertvolle Sekunden verschaffen, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch beim aktuellen Beben dürften diese Systeme dazu beigetragen haben, größere Katastrophen zu verhindern.

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