Rekordschneefall in Teilen Japans

Japan steht erneut unter dem Einfluss strengen Winterwetters. Die nationale Wetterbehörde warnt vor anhaltendem und teils extremem Schneefall entlang der Küste zum Japanischen Meer. Von Westjapan über die Region Tohoku bis in den Norden des Landes könnten bis Freitag lokal bis zu 70 Zentimeter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden fallen. Die Behörden rufen die Bevölkerung eindringlich zur Vorsicht auf.

Bereits jetzt sorgt der Dauerfrost für massive Probleme. Straßen sind glatt oder unpassierbar, der Verkehr kommt vielerorts nur noch stockend voran. In mehreren Präfekturen wurden außergewöhnlich hohe Schneemengen gemessen. In der Stadt Tsunan in Niigata fielen binnen sechs Stunden 21 Zentimeter Schnee, in Tadami in der Präfektur Fukushima waren es 16 Zentimeter. In Teilen Niigatas türmt sich der Schnee inzwischen auf bis zu 2,64 Meter, in der Stadt Aomori auf rund 1,50 Meter.

Besonders angespannt ist die Lage in Nordjapan. In Sapporo meldete die Meteorologische Behörde eine Schneehöhe von 111 Zentimetern – der höchste Wert seit vier Jahren. In einzelnen Regionen der Präfektur Aomori wurden sogar Schneemengen von bis zu 4,7 Metern registriert. Auch in Niigata, Yamagata und weiteren Städten liegen die Schneehöhen teils deutlich über einem Meter.

Verkehrschaos und gestrandete Reisende

Das extreme Wetter hat den Verkehr weitgehend lahmgelegt. In und um Sapporo wurde der Zugverkehr zeitweise vollständig eingestellt, ebenso die Bahnverbindung am Flughafen New Chitose. Rund 7.000 Passagiere mussten dort über Nacht ausharren, da Weiterreisen nicht möglich waren. Auch der Flugverkehr war beeinträchtigt.

Mehrere Autobahnen in Hokkaido blieben gesperrt, darunter zentrale Abschnitte des Do-O Expressway sowie der gesamte Sasson Expressway zwischen Sapporo und Otaru. In der Stadt selbst sind viele Nebenstraßen noch nicht vollständig geräumt. Die Fahrbahnen sind so stark verengt, dass Fußgänger teilweise auf die Straße ausweichen müssen, weil Gehwege unter Schneemassen verschwunden sind.

Tödliche Unfälle und Verletzte bei Schneeräumung

Mit den Schneemassen wächst auch die Zahl der Unfälle. In der Präfektur Niigata kam ein 56-jähriger Mann ums Leben, als er beim Schneeräumen vom Dach seines Hauses stürzte. Die Polizei geht davon aus, dass er allein arbeitete. Zu diesem Zeitpunkt lag die Schneehöhe in der Region bei über 2,4 Metern. In der Präfektur Fukui verletzten sich mindestens 15 Menschen bei Schneeräumarbeiten.

Auch im Straßenverkehr häufen sich Unfälle. In Ishikawa wurden 32 Verkehrsunfälle gemeldet, neun Menschen wurden verletzt. Die Behörden mahnen, Schneeräumarbeiten nur mit geeigneter Schutzausrüstung und möglichst nicht allein durchzuführen.

Für zusätzliche Sorge sorgte am Sonntagabend eine Vermisstenmeldung aus der Präfektur Aomori: Acht Personen waren mit Schneemobilen in die Berge aufgebrochen und galten zunächst als vermisst. Eine groß angelegte Suchaktion mit 30 Einsatzkräften brachte schließlich Entwarnung – alle Betroffenen konnten am Montagmorgen unverletzt gefunden werden.

Weitere Schneefälle angekündigt

Zwar ließ der Schneefall in Teilen Nordjapans am Montagnachmittag vorübergehend nach, doch Entspannung ist nicht in Sicht. Für Dienstag kündigten die Meteorologen erneut Schnee und Regen an. Die Kombination aus Neuschnee, Tauwetter und Kälte erhöht das Risiko von Lawinen, Stromausfällen und weiteren Verkehrsbehinderungen erheblich.

Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, unnötige Reisen zu vermeiden und lokale Warnhinweise ernst zu nehmen. Japans Winter zeigt sich derzeit von seiner extremsten Seite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert