Mann bei Syrer-Demo niedergestochen

Essen. Am Essener Hauptbahnhof haben sich am Donnerstagabend dramatische Szenen abgespielt. Unmittelbar neben dem Weihnachtsmarkt ist ein junger Mann durch mehrere Messerstiche schwer verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen soll das Opfer von hinten angegriffen worden sein. Zahlreiche Passanten wurden Zeugen der Attacke.

Die Tat ereignete sich kurz nach einer Großdemonstration syrischer Gruppen in der Essener Innenstadt, bei der es bereits zu erheblichen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. Die Versammlung war anlässlich des Jahrestages des Sturzes des Assad-Regimes angemeldet worden. Erwartet wurden rund 2.500 Teilnehmer, tatsächlich strömten jedoch mehr als 10.000 Menschen in die Stadt.

Schon während der Demonstration kam es zu massiven Störungen: Pyrotechnik wurde gezündet, teilweise wurden verbotene Fahnen gezeigt, und Autokorsos legten Teile der Innenstadt lahm. Die Polizei musste kurzfristig zahlreiche zusätzliche Kräfte zusammenziehen, darunter Hundertschaften, Spezialeinheiten und mehrere Rettungsdienste.

Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung spitzte sich die Lage rund um den Hauptbahnhof erneut zu. Inmitten großer Menschenansammlungen flogen wiederholt Böller, es kam zu Rangeleien. Die Einsatzkräfte sperrten angrenzende Straßen ab und legten Schutzhelme an, um weitere Eskalationen einzudämmen.

Dann die akute Notlage: Am Treppenabgang zur U-Bahn brachen plötzlich Schreie aus. Ein junger Mann lag schwer verletzt auf dem Boden, offenbar durch drei Stiche in den Rücken getroffen. Ob der Verletzte oder der mutmaßliche Täter zuvor an der Demonstration teilgenommen hatten, ist Gegenstand der Ermittlungen. Der Mann wurde nach notärztlicher Versorgung vor Ort in ein Krankenhaus gebracht, wo er aktuell notoperiert wird.

Die Polizei hat den Bereich um den Haupteingang des Hauptbahnhofs großräumig abgesperrt. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Beamte der Kriminalpolizei befragen seit dem Abend zahlreiche Zeugen und kontrollierten mehrere Personen in Tatortnähe, die als mögliche Verdächtige infrage kommen könnten. Zusätzlich wurden Mülleimer und andere Abfallbehälter rund um den Bahnhof nach der mutmaßlichen Tatwaffe durchsucht.

Die Polizei rechnet mit einem umfangreichen Ermittlungsverfahren, da die Situation aufgrund der Menschenmengen, des Demonstrationsgeschehens und der Vielzahl an potenziellen Zeugen äußerst komplex ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert