Detmold. In Detmold ist die Trinkwasserversorgung erneut unter Druck geraten. Bei einer routinemäßigen Kontrolle haben die Stadtwerke im Leitungsnetz eine unzulässige Belastung mit coliformen Bakterien festgestellt. Die Keime gelten als Indikator für hygienische Mängel und können insbesondere für immungeschwächte Menschen, ältere Personen und Kleinkinder gesundheitliche Risiken mit sich bringen.
Betroffen sind vor allem jene Ortsteile im Nordosten der Stadt, die bereits im August dieses Jahres mit einer ähnlichen Verunreinigung zu kämpfen hatten. Erst vor Kurzem waren die in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt durchgeführten Desinfektionsmaßnahmen aufgehoben worden. Umso überraschender ist nun der erneute Nachweis der Bakterien.
Aus Vorsichtsgründen haben die Stadtwerke umgehend reagiert und erneut ein Abkochgebot ausgesprochen. Seit Freitag werden die betroffenen Leitungsabschnitte intensiv gespült und mit Chlor desinfiziert. Parallel dazu wurden die Anwohnerinnen und Anwohner über die Warn-Apps Katwarn und Nina informiert, um eine schnelle und flächendeckende Warnung sicherzustellen.
Das Abkochgebot gilt für zahlreiche Ortsteile im Detmolder Nordosten, darunter Barkhausen, Brokhausen, Diestelbruch, Hakedahl, Mosebeck, Niederschönhagen, Oberschönhagen, Remmighausen, Schönemark, Spork-Eichholz, Vahlhausen, Altenkamp, Meiersfeld und Herberhausen. Zusätzlich betroffen sind Teilbereiche von Klüt sowie einzelne Gebiete in Hohenloh, unter anderem im Bereich des ehemaligen Fliegerhorsts.
Für die Bevölkerung bedeutet dies konkrete Einschränkungen im Alltag. Leitungswasser darf zum Trinken, Zähneputzen und zur Zubereitung von Lebensmitteln ausschließlich abgekocht oder in abgepackter Form verwendet werden. Auch der Kontakt mit offenen Wunden sollte vermieden werden. Für das Händewaschen, Duschen, Baden sowie zum Waschen von Kleidung ist das Wasser weiterhin nutzbar.
Die Vorsichtsmaßnahmen gelten zunächst bis Freitag, den 19. Dezember 2025. Da es sich um eine bakteriologische Untersuchung handelt, liegen belastbare Ergebnisse erst am kommenden Wochenende vor. Erst dann wird entschieden, ob das Abkochgebot aufgehoben werden kann oder verlängert werden muss.
Für zusätzliche Verunsicherung hatte zuletzt ein Cyberangriff auf die Stadtwerke Detmold gesorgt. Ein möglicher Zusammenhang mit der aktuellen Trinkwasserverunreinigung wurde jedoch ausdrücklich ausgeschlossen. Nach Angaben der Stadtwerke gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der IT-Vorfall Einfluss auf die Wasserqualität hatte.
Die Stadtwerke kündigten an, die Bevölkerung weiterhin transparent und regelmäßig über neue Erkenntnisse und den Fortgang der Maßnahmen zu informieren.
Weitere Infos unter www.stadtwerke-detmold.de


