Brighton. Leere Regale im Supermarkt können Konsumenten verunsichern und sogar Angstgefühle hervorrufen – unabhängig davon, ob sie die fehlenden Produkte kaufen wollten oder nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Sussex Business School.
Die Forscher Dominik Piehlmaier und Ursula Dávila Gamiño fanden heraus, dass schon der bloße Anblick leerer Regale als Warnsignal im Gehirn interpretiert wird. Es handelt sich um eine emotionale Konditionierung: In stressreichen Zeiten wie Krisen oder Pandemien verstärkt die visuelle Leere das Gefühl drohender Knappheit. Die Reaktion tritt dabei unabhängig vom konkreten Produkt auf.
Ein internationaler Vergleich zeigt deutliche Unterschiede. Während Konsumenten in Mexiko kaum auf Bilder leerer Regale reagierten, stieg die Angst bei britischen Teilnehmern um rund elf Prozent. Die Forscher führen dies auf unterschiedliche Erfahrungen zurück: In Mexiko verblassten die Erinnerungen an Versorgungsengpässe während der Schweinegrippe 2009. In Großbritannien hingegen haben Brexit und die COVID-Pandemie die Sensibilität für Versorgungskrisen geschärft.
Um der negativen Wirkung entgegenzuwirken, schlagen die Wissenschaftler vor, leere Regale vorübergehend mit Bildern gefüllter Regale zu kaschieren – eine einfache Maßnahme, die das Konsumklima verbessern könnte.


