Hamburg. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) schlägt Alarm: Die jemenitische Huthi-Miliz hat am 31. Juli 2025 erneut eine Droh-E-Mail an den Verband sowie mehrere deutsche Reedereien versendet – mit einer deutlichen Eskalation ihrer bisherigen Rhetorik. Die Miliz kündigt darin Angriffe auf Handelsschiffe weltweit an, unabhängig von deren Nationalität oder Fahrgebiet.
In dem Schreiben heißt es, man befinde sich nun in der „vierten Phase der Seeblockade“. Diese umfasse gezielte Angriffe auf sämtliche Schiffe, die in Verbindung mit israelischen Häfen stünden – „egal, wo sie sich befinden und unter welcher Flagge sie fahren“. Damit weiten die Huthi ihre Angriffe erstmals offiziell auf den gesamten zivilen Schiffsverkehr aus.
„Das ist ein massiver Angriff auf den freien Welthandel“, warnt VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger. Die Bedrohung sei nicht mehr auf eine Region begrenzt, sondern richte sich explizit gegen den globalen Seehandel. Kröger fordert daher entschlossenes Handeln: „Die internationale Gemeinschaft darf nicht tatenlos zusehen. Handelswege müssen politisch und, wenn nötig, militärisch geschützt werden – zum Schutz der Seeleute und der weltweiten Versorgungsketten.“
Die neuerliche Drohung folgt auf eine Reihe bereits durchgeführter Angriffe der Huthi, darunter die Versenkung der Schiffe Magic Seas und Eternity C im Roten Meer. Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 wurden laut internationalen Beobachtern bereits rund 200 Handelsschiffe von den Huthis attackiert – teils mit Raketen, Drohnen oder Marschflugkörpern. Dutzende Seeleute kamen dabei ums Leben.
Die Lage rund um die Meerenge Bab al-Mandab, das südliche Rote Meer und den Golf von Aden gilt als besonders kritisch. Die Deutsche Marine rät dringend von einer Durchfahrt ab. Viele Reedereien weichen deshalb seit über einem Jahr auf die deutlich längere Route rund um das Kap der Guten Hoffnung aus – mit teuren Folgen: längere Fahrzeiten, höhere Kosten, belastete Lieferketten.
Die Huthi sehen ihre Angriffe als „Antwort auf westliche Unterstützung für Israel“ – doch das Ziel ziviler Handelsschiffe sorgt weltweit für Entsetzen. Mit der nun angekündigten „vierten Phase“ ihrer Angriffe ist eine neue Dimension erreicht: eine globale Bedrohung für Schiffe jeder Herkunft, an jedem Ort.


