Mitten in laufenden Verhandlungen über ein mögliches Ende des Iran-Krieges haben die USA erneut militärische Ziele im Süden Irans angegriffen. Nach Angaben des US-Militärs wurden Raketenstellungen sowie Schnellboote attackiert, die in der strategisch wichtigen Straße von Hormus offenbar Seeminen verlegen sollten. Washington spricht von „Selbstverteidigungsmaßnahmen“. Der Angriff zeigt jedoch, wie fragil die aktuelle Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran inzwischen geworden ist.
Straße von Hormus bleibt gefährlichster Krisenherd der Welt
Besonders brisant ist der Ort der Eskalation: die Straße von Hormus. Durch die enge Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert. Jede militärische Zuspitzung dort löst sofort internationale Nervosität an den Finanz- und Energiemärkten aus. Das zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte, die Angriffe hätten dem Schutz amerikanischer Truppen und Schiffe gedient. Man übe zwar weiterhin Zurückhaltung im Rahmen der Waffenruhe, werde Bedrohungen jedoch konsequent bekämpfen. Nach US-Angaben richteten sich die Angriffe gegen iranische Raketenstellungen und Boote, die Minenoperationen vorbereitet hätten.
Iranische Medien berichten über Tote nach Angriff
Iranische Staatsmedien meldeten nach den US-Angriffen mehrere Todesopfer im Bereich der Insel Larak nahe der Straße von Hormus. Offizielle Opferzahlen wurden zunächst jedoch nicht veröffentlicht. Die US-Regierung äußerte sich bislang nicht zu möglichen Toten oder Verletzten. Auch Details zum Umfang der Angriffe blieben zunächst geheim. Dennoch dürfte der Vorfall die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Teheran und Washington erneut massiv belasten.
Waffenruhe hält nur noch teilweise
Obwohl die offiziell vereinbarte Waffenruhe bislang nicht vollständig zusammengebrochen ist, häufen sich seit Wochen gegenseitige militärische Aktionen. Bereits Anfang Mai hatte Iran US-Kriegsschiffe in der Straße von Hormus mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Die USA reagierten damals mit Luftschlägen auf iranische Ziele auf dem Festland. Beobachter warnen inzwischen, dass jede weitere Eskalation die gesamte Region in einen offenen Krieg ziehen könnte.
Verhandlungen in Katar sollen Krieg verhindern
Parallel zu den militärischen Spannungen laufen weiterhin diplomatische Gespräche über eine dauerhafte Lösung des Konflikts. Für den heutigen Tag sind neue Verhandlungen in Katar angesetzt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte bei einem Besuch in Indien, es liege inzwischen ein „ziemlich solides Angebot“ auf dem Tisch. Allerdings gebe es weiterhin Streit über einzelne Formulierungen und Bedingungen. Rubio machte deutlich, dass Washington zwar an einer Einigung interessiert sei, aber keine Zugeständnisse um jeden Preis machen werde.
Trump erhöht Druck auf Teheran
US-Präsident Donald Trump verschärfte derweil den Ton gegenüber Iran weiter. Besonders beim Thema Urananreicherung zeigt sich Washington kompromisslos. Trump erklärte, das bereits angereicherte Uran Irans müsse zerstört werden – entweder in den USA oder unter internationaler Kontrolle direkt vor Ort. Teheran solle das Material „sofort“ zur Vernichtung übergeben. Wie konkret diese Forderung bereits Bestandteil möglicher Vereinbarungen ist, blieb zunächst offen.
Streit um hochangereichertes Uran bleibt zentraler Konfliktpunkt
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen rund 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, über die Iran nach westlichen Schätzungen verfügen soll. Die USA und ihre Verbündeten befürchten, dass Teheran damit die technische Grundlage für den Bau von Atomwaffen schaffen könnte. Iran weist diese Vorwürfe zurück und spricht von einem rein zivilen Atomprogramm. Der Umgang mit dem Uran gilt inzwischen als entscheidender Knackpunkt der Gespräche.
Welt blickt nervös auf den Nahen Osten
Die erneuten Angriffe zeigen, wie schnell die Lage im Nahen Osten wieder eskalieren kann. Trotz laufender Verhandlungen stehen sich die USA und Iran militärisch weiterhin hochgerüstet gegenüber. Vor allem die Straße von Hormus bleibt dabei ein globaler Gefahrenpunkt. Eine weitere Verschärfung des Konflikts könnte nicht nur militärische Folgen haben, sondern weltweit Energiepreise, Handelswege und Finanzmärkte erschüttern. Ob die Gespräche in Katar tatsächlich einen Durchbruch bringen oder die Region vor einer neuen Eskalationsspirale steht, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden.


